Was ist die Österreichische Schule der Nationalökonomie?
Die Österreichische Schule ist eine wirtschaftliche Denkschule, die die Entscheidungen einzelner Menschen in den Mittelpunkt stellt. Warum sie auf freie Märkte, Sparen und möglichst wenig staatliche Eingriffe setzt, wird hier einfach erklärt.
Das Wichtigste in Kürze 💡
- Die Österreichische Schule ist eine wirtschaftswissenschaftliche Denkrichtung, die im 19. Jahrhundert in Wien entstand.
- Menschen bewerten Güter unterschiedlich. Ihr Wert lässt sich deshalb nicht allein aus den Herstellungskosten ableiten.
- Preise vermitteln Informationen über Angebot und Nachfrage. Sie helfen Menschen, ihre Entscheidungen aufeinander abzustimmen.
- Die Schule betont die Bedeutung von Ersparnissen und warnt vor Fehlentwicklungen durch eine übermässige Ausweitung von Geld und Krediten.
- Bitcoin weist Berührungspunkte mit dieser Denkweise auf, besonders durch seine begrenzte Geldmenge und seine Unabhängigkeit von einer zentralen Geldpolitik.
Inhaltsverzeichnis
- Österreichische Schule einfach erklärt
- Wie ist die Österreichische Schule entstanden?
- Die wichtigsten Konzepte der Österreichischen Schule
- Wie erklärt die Österreichische Schule Wirtschaftskrisen?
- Keynesianismus vs. Österreichische Schule
- Kritik an der Österreichischen Schule der Nationalökonomie
- Was hat die Österreichische Schule mit Bitcoin zu tun?
- Häufige Fragen zur Österreichischen Schule
Österreichische Schule einfach erklärt
Die Österreichische Schule ist eine Denkrichtung der Volkswirtschaftslehre. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus den Entscheidungen einzelner Menschen eine arbeitsteilige Wirtschaft entsteht.
Du entscheidest beispielsweise, ob du dein Einkommen ausgibst oder einen Teil davon sparst. Ein Bäcker überlegt, welche Brote er anbietet. Ein Unternehmer prüft, ob sich eine neue Maschine lohnt. Alle verfolgen eigene Ziele und verfügen über unterschiedliches Wissen. Die Österreichische Schule der Nationalökonomie versucht, wirtschaftliche Zusammenhänge aus diesem Handeln heraus zu erklären. Sie fragt etwa, wie Preise entstehen, weshalb Menschen miteinander handeln und welche Folgen staatliche Eingriffe für ihre Entscheidungen haben.
Ein Kerngedanke lautet: Wirtschaft entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Menschen, die jeweils nur einen kleinen Teil des Ganzen überblicken.
Wie ist die Österreichische Schule entstanden?
Als Begründer gilt Carl Menger, der 1871 seine «Grundsätze der Volkswirtschaftslehre» veröffentlichte. Darin bestimmte er den Wert von Gütern durch zwei Faktoren: Nutzen und Verfügbarkeit. Seine Arbeit wurde zum Ausgangspunkt der Österreichischen Schule.
Später entwickelten unter anderem Eugen von Böhm-Bawerk, Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek diese Denkrichtung weiter.
- Böhm-Bawerk beschäftigte sich besonders mit Kapital und Zinsen.
- Mises befasste sich vor allem mit menschlichem Handeln, Geld und Krediten.
- Hayek untersuchte unter anderem, wie Märkte das verstreute Wissen der Menschen nutzen.
Der Name verweist auf den Ursprung in Österreich.
Heute wird die Schule international diskutiert, häufig unter der englischen Bezeichnung «Austrian Economics».
Die wichtigsten Konzepte der Österreichischen Schule
Wert ist subjektiv
Ein Gut hat für verschiedene Menschen einen unterschiedlichen Wert.
Wenn du hungrig bist, bist du vielleicht bereit, für ein Brötchen mehrere Franken zu bezahlen. Jemand, der gerade gegessen hat, möchte dafür deutlich weniger ausgeben.
Auch für dich selbst verändert sich der Wert: Das erste Brötchen stillt deinen Hunger. Ein zweites schmeckt dir vielleicht noch, ein drittes ist dir kaum mehr etwas wert. Den Nutzen einer zusätzlichen Einheit bezeichnet man als Grenznutzen.
Entscheidend ist also, wie sehr du das Gut in deiner jeweiligen Situation brauchst oder möchtest. Auch die verfügbare Menge spielt dabei eine Rolle.
Diese subjektive Werttheorie erklärt, weshalb ein Gegenstand trotz aufwendiger Herstellung unverkäuflich bleiben kann. Die investierte Arbeit allein sorgt noch nicht dafür, dass jemand ihn haben möchte. Ein Marktpreis entsteht schliesslich aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.
Preise vermitteln Wissen
Preise helfen Menschen, ihre Entscheidungen aufeinander abzustimmen, obwohl niemand die gesamte Wirtschaft kennt.
Fällt beispielsweise die Weizenernte schlecht aus, wird Mehl knapper und teurer. Bäckereien haben dadurch einen stärkeren Anreiz, Mehl sparsam einzusetzen und Verschwendung zu vermeiden. Für Landwirte können höhere Weizenpreise wiederum ein Anreiz sein, künftig mehr anzubauen.
Die Beteiligten müssen dafür nicht alle Einzelheiten des Ernteausfalls kennen. Die veränderten Preise vermitteln ihnen, dass sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage verschoben hat.
Hayek beschrieb diese Funktion des Preissystems in seinem Aufsatz «The Use of Knowledge in Society». Das Wissen über Kundenwünsche, verfügbare Rohstoffe oder Produktionsmöglichkeiten ist auf viele Menschen verteilt. Marktpreise machen einen Teil dieses Wissens für andere nutzbar.
Sparen und Zeit ermöglichen Investitionen
Wohlstand entsteht unter anderem dadurch, dass Menschen heute etwas aufbauen, dessen Ertrag erst später verfügbar ist.
Eine Bäckerei muss einen neuen Ofen anschaffen, bevor sie damit mehr Brot produzieren kann. Währenddessen müssen Material, Arbeitskräfte und der laufende Betrieb finanziert werden.
Ersparnisse helfen, diese Zeit zu überbrücken. Aus österreichischer Sicht ist der Verzicht auf einen Teil des heutigen Konsums deshalb eine wichtige Grundlage für Investitionen und künftigen Wohlstand.
Damit verbunden ist die Zeitpräferenz: Sie beschreibt, wie stark du eine frühere Bedürfnisbefriedigung gegenüber einer späteren bevorzugst. CHF 100 heute sind dir bei sonst gleichen Bedingungen mehr wert als CHF 100 in einem Jahr.
Wer wartet und Geld verleiht, erwartet dafür üblicherweise einen Ausgleich.
Hier setzt die österreichische Erklärung des Zinses an. Der Zins hilft, heutige Konsumwünsche und längerfristige Investitionen aufeinander abzustimmen. In tatsächlichen Kreditzinsen spiegeln sich zusätzlich das Ausfallrisiko und die erwartete Teuerung.
Wettbewerb und Eigentumsrechte sind wichtig
Typisch für die Österreichische Schule ist ein grosses Vertrauen in Wettbewerb, freiwilligen Austausch und private Eigentumsrechte.
Unternehmen sollen ausprobieren können, welche Angebote Menschen wünschen. Gewinne und Verluste zeigen ihnen, ob ihre Entscheidungen wirtschaftlich aufgehen.
Staatliche Eingriffe werden häufig skeptisch beurteilt, weil sie Anreize verändern und die Aussagekraft von Preisen beeinträchtigen können. Ein staatlich festgelegter Höchstpreis kann etwa ein Produkt günstiger erscheinen lassen, ohne dessen Knappheit zu beseitigen.
Wie weit die Aufgaben des Staates reichen sollen, beurteilen Vertreter der Schule allerdings unterschiedlich. Eine einheitliche politische Position zu jeder Frage folgt aus der Denkrichtung nicht.
Mehr Geld schafft nicht automatisch mehr Wohlstand
Zusätzliche Geldeinheiten schaffen für sich genommen keine weiteren Wohnungen, Lebensmittel oder Maschinen. Entscheidend für den Wohlstand ist, welche Güter und Dienstleistungen eine Wirtschaft bereitstellt.
Die Österreichische Schule untersucht deshalb besonders aufmerksam, wie neues Geld in die Wirtschaft gelangt und welche Entscheidungen es verändert.
Erhalten bestimmte Menschen oder Unternehmen zusätzliches Geld, können sie damit ihre Nachfrage erhöhen. Andere erhalten Geld erst später, wenn die Preise bereits gestiegen sind. Eine Ausweitung der Geldmenge verändert dadurch auch die Verteilung von Kaufkraft und die Beziehungen zwischen einzelnen Preisen.
Diese Wirkung wird als Cantillon-Effekt bezeichnet.
Wie erklärt die Österreichische Schule Wirtschaftskrisen?
Die österreichische Konjunkturtheorie erklärt wirtschaftliche Aufschwünge und anschliessende Krisen mit Fehlentwicklungen im Kredit- und Investitionsgeschehen.
Im Mittelpunkt steht eine Kreditexpansion, die Zinsen unter das Niveau drückt, das zur tatsächlichen Ersparnis der Menschen passen würde. Unternehmen erhalten dadurch ein irreführendes Signal: Langfristige Investitionen erscheinen günstiger und lohnender, als sie unter den tatsächlichen Bedingungen sind.
Stell dir vor, viele Bäcker erweitern wegen günstiger Kredite gleichzeitig ihre Backstuben, um mehr Brot zu produzieren. Sie konkurrieren nun um dieselben Backöfen, Fachkräfte und Mehlvorräte. Die zusätzlichen Kredite haben diese Ressourcen jedoch nicht automatisch vermehrt. Steigende Kosten für Backöfen, Personal und Mehl oder eine später teurere Finanzierung können zeigen, dass sich ein Teil der Erweiterungen gar nicht lohnt. Ausbaupläne werden gestoppt, Bäckereien geraten in Schwierigkeiten und Arbeitsplätze gehen verloren.

Die Krise wird in der Österreichischen Schule als Korrektur von Fehlinvestitionen während des vorherigen Aufschwungs verstanden.
Keynesianismus vs. Österreichische Schule
Der wichtigste Unterschied liegt in der Rolle staatlicher Eingriffe: Die Österreichische Schule setzt stärker auf freie Märkte und die Korrektur von Fehlinvestitionen. Der Keynesianismus will Wirtschaftskrisen durch zusätzliche Nachfrage bekämpfen, die Staat und Zentralbank gezielt fördern.
Keynesianismus
Der Keynesianismus geht auf den britischen Ökonomen John Maynard Keynes zurück. Er entwickelte seinen Ansatz während der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre, um die anhaltende Wirtschaftsschwäche und die hohe Arbeitslosigkeit zu erklären.
- Grundidee: Wenn Menschen und Unternehmen das Vertrauen verlieren, konsumieren und investieren sie weniger. Dadurch verlieren andere Einnahmen, Aufträge und Arbeitsplätze. Die Wirtschaft kann in einer Abwärtsspirale stecken bleiben, aus der sie sich nicht schnell von selbst erholt.
- Lösung: Der Staat soll als «Lückenbüsser» einspringen und die fehlenden Ausgaben ersetzen. Dafür kann er Schulden aufnehmen, in Infrastruktur investieren oder Arbeitsplätze schaffen. So soll die Nachfrage wieder steigen und die Wirtschaft in Gang kommen.
Diese Denkweise prägt bis heute Konjunkturprogramme und zusätzliche Staatsausgaben in Krisenzeiten.
Österreichische Schule der Nationalökonomie
Die Österreichische Schule geht auf Carl Menger zurück. Mit seinen 1871 veröffentlichten «Grundsätzen der Volkswirtschaftslehre» erklärte er, wie Menschen Güter bewerten und wie daraus Marktpreise entstehen.
- Grundidee: Langfristiges Wachstum beruht auf Ersparnissen, Produktion und produktiven Investitionen. Freie Preise und Zinsen helfen Unternehmen einzuschätzen, welche Güter gefragt sind und welche Projekte sich lohnen.
- Krisenursache: Eine von Zentralbanken begünstigte Ausweitung von Geld und Krediten kann Zinsen künstlich drücken. Unternehmen erhalten dadurch ein falsches Signal. Es entstehen Fehlinvestitionen in Projekte, die sich später nicht tragen. Der Zusammenbruch dieses Aufschwungs löst die Krise aus.
- Lösung: Nicht tragfähige Unternehmen und Banken sollen scheitern dürfen, damit Arbeitskräfte und Kapital für produktivere Vorhaben frei werden. Staatliche Rettungspakete werden abgelehnt, wenn sie solche Fehlentwicklungen erhalten. Rettungsmassnahmen verschieben das Problem in die Zukunft und können spätere Krisen verschärfen.
Unterschiede im Überblick

Die Tabelle zeigt typische Positionen. Innerhalb beider Denkrichtungen gibt es unterschiedliche Strömungen.
Kritik an der Österreichischen Schule der Nationalökonomie
Die Hauptkritik an der Österreichischen Schule betrifft ihre Forschungsmethode. Kritiker bemängeln, dass sich ihre Theorien teilweise nur schwer anhand von Daten überprüfen lassen. Weitere Einwände richten sich gegen ihre Erklärung von Wirtschaftskrisen und die daraus abgeleiteten politischen Empfehlungen.
Die wichtigsten Kritikpunkte sind:
- Forschungsmethode und Überprüfbarkeit: Vor allem Ludwig von Mises leitete wirtschaftliche Aussagen durch logisches Schlussfolgern aus Grundannahmen über menschliches Handeln ab. Dieser Ansatz wird als «Praxeologie» bezeichnet. In seiner strengen Auslegung lassen sich die daraus abgeleiteten wirtschaftlichen Gesetze nicht durch statistische Untersuchungen widerlegen. Kritiker fragen deshalb, wie sich erkennen lässt, ob eine solche Theorie die Wirklichkeit ausreichend beschreibt.
- Unklare Grössenordnung der Effekte: Eine schlüssige Erklärung dafür, wie zusätzliche Kredite Fehlinvestitionen begünstigen können, zeigt noch nicht, wie stark dieser Einfluss tatsächlich ist. Bei einer konkreten Krise bleibt zu untersuchen, welchen Anteil die Kreditexpansion hatte und welche anderen Ursachen wichtig waren.
- Umstrittene Krisenerklärung: Kritiker bezweifeln, dass frühere Fehlinvestitionen ausreichend erklären, weshalb eine ganze Wirtschaft einbricht. Sie fragen etwa, warum auch gesunde Unternehmen Aufträge verlieren und Arbeitskräfte entlassen, obwohl sie selbst keine offensichtlich falschen Investitionen getätigt haben.
Diese Einwände treffen nicht alle Vertreter gleich stark. Auch innerhalb der Österreichischen Schule gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, welche Rolle logische Ableitungen, Beobachtungen und empirische Forschung spielen sollen. Nicht alle übernehmen Mises’ strenge methodische Position.
Was hat die Österreichische Schule mit Bitcoin zu tun?
Bitcoin könnte ein zentrales Anliegen der Österreichischen Schule praktisch umsetzbar machen: Geld, dessen Regeln und Menge nicht von einer Regierung oder Zentralbank kontrolliert werden.
Die Verbindung liegt besonders in der Kritik an staatlicher Geldpolitik. Wenn sich die Geldmenge ausweiten lässt, können sich Kaufkraft, Preise und Investitionsentscheidungen verändern. Viele Vertreter der Schule suchen deshalb nach einer Geldordnung, die politischen Eingriffen engere Grenzen setzt.
Friedrich August von Hayek setzte sich für Wettbewerb zwischen verschiedenen Geldformen ein. In einem Interview von 1984 formulierte er einen Gedanken, der heute bemerkenswert gut zu Bitcoin passt:
«Ich glaube nicht, dass wir jemals wieder ein gutes Geld haben werden, bevor wir nicht die Sache aus den Händen der Regierung nehmen können, das heisst, wir können es nicht mit Gewalt tun, sondern auf eine geschickte, subtile Weise, indem wir etwas einführen, das sie nicht aufhalten können.»
Mit Bitcoin gibt es seit 2009 ein digitales Geldsystem, das ohne zentrale Kontrollinstanz funktioniert. Mehrere seiner Eigenschaften greifen Anliegen der Österreichischen Schule auf:
- Vorhersehbare Knappheit: Die Menge ist auf 21 Millionen Bitcoin begrenzt. Neue Einheiten entstehen nach festgelegten Regeln. Eine Zentralbank kann die Ausgabe nicht zur Finanzierung zusätzlicher Staatsausgaben oder zur Ankurbelung der Wirtschaft erhöhen.
- Unabhängigkeit von einem zentralen Herausgeber: Hinter Bitcoin steht kein Unternehmen, das die Geldpolitik bestimmt. Die Teilnehmer prüfen die gemeinsamen Regeln und entscheiden selbst, welche Software sie verwenden.
- Eigene Kontrolle über das Geld: Du kannst Bitcoin selbst verwahren und direkt an andere Menschen übertragen. Damit lässt sich digitales Geld nutzen, ohne einer Bank die Verwahrung und Abwicklung anzuvertrauen.
Aus dieser Perspektive könnte Bitcoin das letzte Puzzlestück für eine Geldordnung mit mehr individueller Freiheit sein.
Mehr dazu erfährst du im Artikel Warum hat Bitcoin einen Wert?.
Häufige Fragen zur Österreichischen Schule
Lehnt die Österreichische Schule den Staat ab?
Nein, die Österreichische Schule lehnt den Staat nicht pauschal ab, fordert aber eine Beschränkung seiner Macht. Viele Vertreter befürworten einen begrenzten Staat, der Eigentum und Rechtssicherheit schützt und den Menschen viel wirtschaftliche Entscheidungsfreiheit lässt. Wie weit staatliche Aufgaben reichen sollen, wird innerhalb der Schule unterschiedlich beurteilt.
Was sagt die Österreichische Schule zur Inflation?
Die Österreichische Schule sieht Inflation kritisch, weil zusätzliches Geld die Kaufkraft schwächen und Preise verzerren kann. Unternehmen können dadurch in Projekte investieren, die sich später nicht lohnen. Zudem erhalten manche Menschen das neue Geld früher, während andere bereits höhere Preise bezahlen müssen.
Viele Vertreter verwenden bereits für die Geldmengenausweitung den Begriff «Inflation». Im heutigen allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet Inflation dagegen einen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Geldmenge und Preise steigen dabei nicht automatisch im gleichen Verhältnis.
Ist die Österreichische Schule wissenschaftlich anerkannt?
Ja, die Österreichische Schule ist als wirtschaftswissenschaftliche Denkrichtung anerkannt. Sie wird an Universitäten erforscht und gelehrt, beispielsweise an der George Mason University in den USA.
Sie ist heute allerdings eine Minderheitenrichtung. Während ihre historischen Beiträge die Volkswirtschaftslehre mitgeprägt haben, sind besonders ihre Forschungsmethode und Konjunkturtheorie in der Fachwelt umstritten. Wissenschaftliche Anerkennung bedeutet deshalb nicht, dass all ihre Aussagen allgemein akzeptiert sind.
Österreichische Schule vs. Neoklassik: Was ist der Unterschied?
Beide Ansätze haben gemeinsame historische Wurzeln und erklären wirtschaftliche Entscheidungen unter anderem mit persönlichen Bewertungen und dem Grenznutzen. Der Unterschied liegt vor allem in der Methode und darin, wie sie Märkte untersuchen.
Die Neoklassik arbeitet häufig mit mathematischen Modellen, etwa um zu erklären, bei welchen Preisen Angebot und Nachfrage übereinstimmen. Die Österreichische Schule betont stärker den laufenden Marktprozess: Menschen entdecken Möglichkeiten, lernen aus Fehlern und passen ihre Pläne an. Besonders wichtig sind dabei Unternehmer und das Wissen, das erst durch Wettbewerb entsteht.
Wer sind die wichtigsten Vertreter der Österreichischen Schule?
Als Begründer gilt Carl Menger. Weitere prägende Vertreter sind Eugen von Böhm-Bawerk, Friedrich von Wieser, Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek. Später entwickelten unter anderem Israel Kirzner und Murray Rothbard die Denkrichtung weiter, teilweise mit unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Schwerpunkten.
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