Was ist ein xPub bei Bitcoin? Extended Public Key einfach erklärt (Deutsch)
Ein xPub ist ein erweiterter öffentlicher Schlüssel, aus dem sich Bitcoin-Adressen ableiten lassen. Damit kannst du Zahlungen empfangen und dein Guthaben beobachten, ohne private Schlüssel weiterzugeben. Doch warum solltest du deinen xPub trotzdem nicht mit jedem teilen?
Das Wichtigste in Kürze 💡
- xPub steht für «Extended Public Key», auf Deutsch «erweiterter öffentlicher Schlüssel».
- Mit ihm lassen sich viele zusammengehörige Bitcoin-Adressen erzeugen und deren Zahlungen verfolgen.
- Du kannst ihn beispielsweise für automatische Sparpläne, Steuertools oder eine Watch-only-Wallet nutzen.
- Mit deinem xPub allein kann niemand deine Bitcoin ausgeben. Deine privaten Schlüssel bleiben bei dir.
- Wer deinen xPub kennt, erhält Einblick in das zugehörige Guthaben und die Transaktionen. Auch zukünftige Zahlungen sind davon betroffen.
- Für eine gewöhnliche Bitcoin-Zahlung reicht eine Empfangsadresse. Du musst deinen xPub dafür nicht weitergeben.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein xPub?
Ein xPub ist ein erweiterter öffentlicher Schlüssel deiner Bitcoin-Wallet. Er erlaubt es einem Anbieter, die zugehörigen Bitcoin-Adressen zu ermitteln und deren Guthaben und Transaktionen anzuzeigen.
Die Abkürzung xPub steht für «Extended Public Key». Wenn du den Begriff bei deinem Bitcoin-Sparplan oder in einer Steuersoftware gelesen hast, geht es meistens darum, deine Wallet einzubinden, ohne jemandem die Möglichkeit zu geben, deine Bitcoin auszugeben.
Du kannst dir das ähnlich wie einen Nur-Lese-Zugang im Onlinebanking vorstellen: Du siehst den Kontostand und die Zahlungen, kannst aber keine Überweisung freigeben. Beim xPub kommt hinzu, dass sich damit neue Bitcoin-Empfangsadressen erzeugen lassen – also quasi neue Kontonummern, auf die du Geld erhalten kannst.
Das erlaubt ein xPub – und das nicht:
| Funktion | Mit xPub möglich? |
|---|---|
| Neue Empfangsadressen erzeugen | Ja |
| Guthaben und Transaktionen verfolgen | Ja |
| Bitcoin ausgeben | Nein |
| Private Schlüssel oder Seed-Phrase ermitteln | Nein |
| Dein Wallet-Backup ersetzen | Nein |
Deinen xPub musst du nicht selbst erstellen. Deine Wallet stellt ihn dir bei Bedarf zur Verfügung.
Wofür wird ein xPub verwendet?
Ein xPub ist vor allem dann nützlich, wenn du deine Bitcoin-Wallet mit einem Sparplan, einer Watch-only-Wallet oder einer Steuersoftware verbinden möchtest.
Neue Empfangsadressen für deinen Bitcoin-Sparplan
Angenommen, du kaufst jeden Monat Bitcoin und lässt sie direkt auf deine Hardware-Wallet auszahlen.
Wenn du beim Anbieter eine feste Empfangsadresse hinterlegst, landen alle Auszahlungen auf derselben Adresse. Dadurch lassen sie sich auf der Blockchain leicht miteinander verknüpfen.
Mit deinem xPub kann ein Anbieter für jede Auszahlung eine neue Empfangsadresse aus deiner Wallet erzeugen. Das verbessert deine Privatsphäre, weil Aussenstehende deine Sparplanauszahlungen nicht einfach über eine einzige Adresse miteinander verknüpfen können. Wer nur eine deiner Empfangsadressen kennt, sieht dadurch nicht automatisch auch deinen gesamten Bitcoin-Bestand.
Für dich bleibt die Bedienung einfach: Du führst deinen Sparplan aus und erhältst die Bitcoin auf deine eigene Wallet. Dass jede Auszahlung an eine andere Adresse geht, erledigt der Anbieter im Hintergrund.
Dein Guthaben mit einer Watch-only-Wallet verfolgen
Vielleicht möchtest du unterwegs nachsehen, ob eine Zahlung angekommen ist, während deine Hardware-Wallet zu Hause liegt.
Dafür kannst du deinen xPub in eine Watch-only-Wallet auf dem Smartphone importieren. «Watch-only» bedeutet, dass diese Wallet dein Guthaben und deine Transaktionen anzeigen kann, ohne deine privaten Schlüssel zu besitzen. Eine der beliebtesten Watch-only-Wallets ist BlueWallet.
Du kannst damit neue Empfangsadressen anzeigen und Zahlungen verfolgen. Zum Ausgeben brauchst du weiterhin das Gerät mit den privaten Schlüsseln.
Deine Hardware-Wallet musst du für den Blick aufs Guthaben also nicht jedes Mal anschliessen.
Transaktionen für Steuern und Buchhaltung erfassen
Wenn du deine Bitcoin-Bestände für die Steuerunterlagen oder die Buchhaltung erfassen möchtest, brauchst du einen Überblick über deine Transaktionen.
Eine einzelne Bitcoin-Adresse reicht dafür oft nicht aus. Deine Wallet verwendet schliesslich mehrere Empfangsadressen und hat beim Ausgeben wahrscheinlich zusätzliche Adressen für das Wechselgeld erstellt.
Steuertools und Programme zur Portfolioverwaltung können mithilfe deines xPubs die zugehörigen Transaktionen importieren. Unterstützt die Software automatische Aktualisierungen, werden auch neue Zahlungen erfasst. Du musst also nicht jede weitere Adresse einzeln hinzufügen.
So behältst du deine Bitcoin-Bestände im Blick, ohne die Berechtigung zum Ausgeben deiner Bitcoin weiterzugeben.
Bitte beachte: Ein xPub ersetzt keine Kaufhistorie. Er macht die Transaktionen des zugehörigen Bitcoin-Kontos sichtbar. Zu welchem Preis du die Bitcoin auf einer Börse gekauft hast, steht jedoch nicht auf der Blockchain. Für eine vollständige Übersicht musst du deshalb auch deine Käufe und Verkäufe erfassen.
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Wie funktioniert ein xPub? Einfach erklärt
Die technische Grundlage für den xPub ist der BIP32-Standard. Vereinfacht kannst du dir deine Wallet wie ein Hotel vorstellen:
- Die Seed-Phrase ist dein Generalschlüssel.
- Die privaten Schlüssel öffnen die jeweiligen Zimmer.
- Der xPub zeigt, wo die Zimmer stehen und wie viele gerade darin wohnen.
Woher der xPub stammt und wie er mit deiner Seed-Phrase zusammenhängt, zeigt der Weg zu deinen Bitcoin-Adressen.
Von der Seed-Phrase zur Bitcoin-Adresse
- Die Wallet erzeugt deine Seed-Phrase. Dafür wandelt sie zufällig erzeugte Daten in eine Wortfolge um, meist 12 oder 24 Wörter. Diese Seed-Phrase dient als Backup für deine Wallet.
- Daraus werden die privaten Schlüssel berechnet. Mit ihnen erstellt deine Wallet digitale Signaturen, um deine Bitcoin auszugeben. Dieselbe Seed-Phrase ermöglicht es, diese Schlüssel später wiederherzustellen.
- Daraus entstehen öffentliche Schlüssel. Zu jedem privaten Schlüssel gehört ein passender öffentlicher Schlüssel. Damit lassen sich die digitalen Signaturen überprüfen. Der private Schlüssel lässt sich daraus nicht zurückrechnen.
- Daraus werden Bitcoin-Adressen gebildet. Diese Empfangsadressen kannst du anderen mitteilen, damit sie dir Bitcoin senden.

Die Grafik zeigt ein einzelnes Schlüsselpaar als Beispiel. Deine Wallet kann auf diese Weise viele Schlüssel und Adressen verwalten.
Wo kommt der xPub ins Spiel?
Deine Wallet kann aus deiner Seed-Phrase ebenfalls einen erweiterten privaten Schlüssel (xprv) ableiten und daraus den passenden erweiterten öffentlichen Schlüssel (xPub) berechnen. Das entspricht dem Schritt vom privaten zum öffentlichen Schlüssel in der Grafik. Der xPub enthält zusätzlich Daten, mit denen weitere öffentliche Schlüssel und daraus Empfangsadressen berechnet werden können.
Mit dem xPub kann dein Sparplan-Anbieter deshalb bei Schritt 3 einsteigen. Deine Seed-Phrase und die privaten Schlüssel braucht er dafür nicht. Bitcoin ausgeben kann er mit dem xPub allein nicht.
xPub, yPub und zPub: Unterschiede
xPub, yPub und zPub erfüllen denselben Zweck: Damit lassen sich Empfangsadressen berechnen und die zugehörigen Zahlungen beobachten. Bitcoin ausgeben kann man mit keinem dieser Schlüssel.
Die unterschiedlichen Anfänge helfen der externen Wallet zu erkennen, welche Art von Bitcoin-Adressen sie berechnen soll:
| Format | Typische Verwendung | Adressanfang |
|---|---|---|
| xPub | Legacy-Adressen | 1… |
| yPub | Nested-SegWit-Adressen | 3… |
| zPub | Native-SegWit-Adressen | bc1q… |
Wenn du den Schlüssel beispielsweise in einer Steuersoftware einfügst, muss diese wissen, welches Adressformat du verwendest. Nur so berechnet sie dieselben Adressen wie deine Wallet und findet die dazugehörigen Zahlungen.
Bei yPub und zPub verrät bereits der Anfang das Adressformat. Ein Programm, das diese Formate unterstützt, kann es deshalb automatisch erkennen.
Ein xPub lässt sich für verschiedene Adressformate verwenden. Deshalb fragt das Programm manchmal nach einer zusätzlichen Angabe. Es fragt dich dann beispielsweise, ob deine Wallet Native-SegWit-Adressen verwendet.
Für dich bedeutet das: Kopiere den Schlüssel aus deiner Wallet und füge ihn beim Anbieter oder in der Steuersoftware ein. Unterstützt das Programm den Export und erkennt das Adressformat automatisch, ist alles erledigt. Falls es nach dem Adressformat fragt, findest du diese Angabe in den Details deiner Wallet.
Kann ich meinen xPub weitergeben?
Ja, grundsätzlich kannst du deinen xPub weitergeben. Mit ihm kann niemand deine Bitcoin ausgeben. Trotzdem solltest du ihn nicht mit jedem teilen, denn er verrät viel über deine Finanzen.
Wer ihn kennt, kann die zugehörigen Adressen ermitteln und damit beispielsweise sehen:
- wie viele Bitcoin sich auf dem Konto befinden
- welche Zahlungen bisher ein- und ausgegangen sind
- welche weiteren Zahlungen künftig hinzukommen
Der xPub enthält zwar nicht deinen Namen. Wenn du ihn aber mit einem Anbieter teilst, bei dem du registriert bist, lassen sich diese Informationen mit deiner Person verbinden.
Neue Empfangsadressen schützen nicht vor jedem Einblick
Beim Sparplan verbessert eine neue Empfangsadresse die Privatsphäre gegenüber Aussenstehenden. Tätigst du beispielsweise eine Zahlung, sieht der Empfänger nicht dein gesamtes Guthaben auf der Adresse.
Der Anbieter mit deinem xPub kann die Adressen aber weiterhin zusammenführen. Er kann auch andere Zahlungen auf dem zugehörigen Konto sehen, die nichts mit deinem Sparplan zu tun haben.
«Öffentlicher» Schlüssel bedeutet deshalb nicht, dass du deinen xPub ins Internet stellen solltest. Teile ihn nur mit Diensten, denen du vertraust.
Teile nur den Kontobereich, den du einbinden möchtest
Der xPub, den du aus einer Wallet exportierst, gehört meistens zu einem bestimmten Bitcoin-Konto. Er zeigt dann nicht automatisch sämtliche anderen Konten, die du mit derselben Wallet verwaltest.
Das kannst du nutzen, um deine Bestände zu trennen. Beispielsweise könntest du ein eigenes Konto für deinen Sparplan verwenden und nur dessen xPub mit dem Anbieter teilen.
Überlege dir vor der Weitergabe deshalb: Wozu wird mein xPub benötigt, und wer erhält damit Einblick?
Für eine einzelne Zahlung genügt eine einzelne Empfangsadresse.
xPub in der BitBox anzeigen lassen
Bei vielen Wallets kannst du den xPub in den Wallet-Details, Kontoinformationen oder erweiterten Einstellungen anzeigen lassen. Die Bezeichnung lautet beispielsweise «xPub», «Extended Public Key» oder «Erweiterter öffentlicher Schlüssel».
Ich verwende selbst eine BitBox02 zur langfristigen Aufbewahrung meiner Bitcoin. Dort funktioniert es so:
- Öffne die BitBoxApp.
- Verbinde deine BitBox02 und entsperre sie.
- Wähle in der linken Seitenleiste das gewünschte Bitcoin-Konto aus.
- Klicke auf Konto-Info.
- Wähle Kontodetails anzeigen.
- Suche den Abschnitt Erweiterter Public Key.
- Wähle Auf Gerät bestätigen.
- Überprüfe die Informationen, die auf der BitBox02 angezeigt werden.
- Kopiere den xPub oder scanne den QR-Code mit dem vorgesehenen Anbieter.
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FAQ zum xPub bei Bitcoin
Muss ich meinen xPub weitergeben?
Nein, nicht grundsätzlich. Für die Auszahlung eines gewöhnlichen Bitcoin-Kaufs reicht eine Empfangsadresse. Ein xPub wird dann interessant, wenn der Anbieter automatisch neue Empfangsadressen verwenden soll.
Bei Steuertools kannst du je nach Anbieter auch einzelne Bitcoin-Adressen oder Transaktionsdateien importieren. Der xPub erleichtert jedoch die Erfassung eines Kontos mit vielen Adressen.
Ist der xPub dasselbe wie meine Seed-Phrase?
Nein. Dein xPub erlaubt es, Empfangsadressen und Zahlungen nachzuvollziehen. Deine Seed-Phrase dient dagegen zur Wiederherstellung deiner Wallet und ihrer privaten Schlüssel. Sie muss deshalb geheim bleiben.
Kann ich meinen xPub ändern oder widerrufen?
Für dasselbe Konto bleibt der xPub gleich. Ein neues Konto innerhalb deiner Wallet kann einen anderen xPub haben. Du musst dafür also nicht zwingend eine komplett neue Wallet erstellen.
Einen bereits geteilten xPub kannst du jedoch nicht widerrufen. Wer eine Kopie besitzt, kann das bisherige Konto weiterhin beobachten. Auch ein Transfer auf ein anderes Konto löscht die sichtbare Transaktionshistorie nicht.
Kann jemand mit meinem xPub meine Bitcoin stehlen?
Nein, mit deinem xPub allein kann niemand deine Bitcoin ausgeben. Dafür sind die privaten Schlüssel nötig. Er ermöglicht aber Einblick in das zugehörige Guthaben und die Transaktionen. Du solltest ihn deshalb nur gezielt mit einer externen Wallet oder einem Anbieter teilen.
Was ist der Unterschied zwischen einem xPub und einer Bitcoin-Adresse?
Eine Bitcoin-Adresse ist ein konkretes Ziel für eine Zahlung. Der xPub ermöglicht dagegen die Ableitung vieler zugehöriger Adressen.
Gibst du jemandem eine Empfangsadresse, kann er die Aktivität dieser Adresse sehen. Mit dem xPub lassen sich zusätzlich die anderen daraus abgeleiteten Adressen zuordnen. Den xPub selbst kannst du nicht als Zahlungsziel verwenden.
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