Wie funktioniert Bitcoin? Die Technik einfach erklärt
Bitcoin funktioniert durch das Zusammenspiel von Nutzern, Minern und Full Nodes. Gemeinsam ermöglichen sie Zahlungen ohne Bank. Doch wie funktioniert die Technik genau?
Das Wichtigste in Kürze 💡
- Bitcoin ist ein Netzwerk mit gemeinsamen Regeln. Nutzer senden Zahlungen, Miner stellen neue Blöcke zusammen und Full Nodes prüfen, ob alles den Regeln entspricht.
- Die Blockchain ist das öffentliche Verzeichnis der bestätigten Transaktionen. Ihre Blöcke sind miteinander verknüpft, sodass nachträgliche Veränderungen fast unmöglich werden.
- Deine Wallet verwaltet die Schlüssel, mit denen du Zahlungen freigibst. Der private Schlüssel bleibt geheim, während du deine Empfangsadresse weitergeben kannst.
- Beim Mining setzen spezialisierte Computer Rechenleistung ein. Dieser Arbeitsnachweis erschwert es, die Transaktionsgeschichte nachträglich umzuschreiben.
- Das Difficulty Adjustment passt die Mining-Schwierigkeit alle 2'016 Blöcke an. Das Ziel ist ein durchschnittlicher Abstand von ungefähr zehn Minuten zwischen den Blöcken.
- Das Halving halbiert die Ausgabe neuer Bitcoin alle 210'000 Blöcke. Zusammen mit der unabhängigen Prüfung dieser Ausgabe wird die Obergrenze von knapp 21 Millionen Bitcoin eingehalten.
Inhaltsverzeichnis
- Wie funktioniert das Bitcoin-Netzwerk?
- Was ist die Bitcoin-Blockchain?
- Was ist eine Bitcoin-Wallet?
- Wie funktioniert Bitcoin-Mining?
- Was ist eine Bitcoin Full Node?
- Warum gibt es maximal 21 Millionen Bitcoin?
- Wer entwickelt Bitcoin weiter?
- Wie läuft eine Bitcoin-Transaktion ab?
- Häufige Fragen zur Funktionsweise von Bitcoin
Wie funktioniert das Bitcoin-Netzwerk?
Bitcoin funktioniert, weil viele Teilnehmer unterschiedliche Aufgaben übernehmen und dabei dieselben grundlegenden Regeln anwenden.
Eine Bank, die die Buchführung kontrolliert, braucht es dafür nicht.
Bei einer gewöhnlichen Überweisung übernimmt deine Bank einen grossen Teil der Arbeit. Sie prüft dein Guthaben, belastet dein Konto und leitet die Zahlung weiter. Du vertraust darauf, dass sie ihre Aufzeichnungen korrekt führt.
Auch bei Bitcoin muss geklärt werden, wer welches Geld ausgeben darf und ob es bereits ausgegeben wurde. Schliesslich soll niemand dieselben Bitcoin gleichzeitig an zwei verschiedene Menschen schicken können. Diese Aufgaben verteilt Bitcoin auf sein Netzwerk.
Dabei gibt es vier wichtige Rollen:
- Nutzer senden und empfangen Bitcoin. Ihre Wallet hilft ihnen, Zahlungen zu erstellen und ihr Guthaben zu verwalten.
- Miner sammeln Zahlungen in neuen Blöcken. Mit ihren Computern leisten sie die Rechenarbeit, die zum Hinzufügen eines solchen Blocks erforderlich ist. Dafür erhalten sie eine Belohnung.
- Full Nodes sind die unabhängigen Prüfer. Ihre Software kontrolliert, ob Zahlungen und neue Blöcke die Bitcoin-Regeln einhalten.
- Entwickler schreiben und verbessern die Software, mit der Menschen Bitcoin nutzen und das Netzwerk betreiben.
Eine Person kann mehrere dieser Aufgaben übernehmen. Du kannst beispielsweise Bitcoin verwenden und gleichzeitig eine Full Node betreiben. Auch Miner nutzen Full Nodes, um die Blockchain und die Transaktionen zu prüfen.
Der entscheidende Gedanke dahinter: Die Arbeit wird verteilt, und ihre Ergebnisse lassen sich unabhängig kontrollieren.
Was ist die Bitcoin-Blockchain?
Die Bitcoin-Blockchain ist ein öffentliches Verzeichnis der bestätigten Bitcoin-Zahlungen. Aus dieser Transaktionsgeschichte lässt sich nachvollziehen, welche Bitcoin bereits übertragen wurden und welche noch ausgegeben werden können.
Stell sie dir wie ein Buch vor, in dem die Zahlungen festgehalten werden. Eine neue Seite entspricht einem neuen Block. Statt jede Zahlung einzeln als neue Seite anzulegen, werden mehrere Transaktionen in einem Block zusammengefasst. Dieses Buch wird von vielen Teilnehmern unabhängig geprüft. Neue Blöcke verbreiten sich im Netzwerk, sodass die Teilnehmer ihre Aufzeichnungen ergänzen können.
Damit niemand unbemerkt eine ältere Seite austauscht, sind die Blöcke miteinander verbunden. Für diese Verbindung braucht Bitcoin sogenannte Hashes.
Was ist ein Hash? Ein einfaches Beispiel
Ein Hash ist eine Art digitaler Fingerabdruck von Daten. Ein festgelegtes Rechenverfahren nimmt eine Eingabe und berechnet daraus eine Zeichenfolge. Ein solches Verfahren heisst Hash-Funktion.
Eine für Bitcoin wichtige Hash-Funktion ist SHA-256. Du kannst damit beispielsweise ein Wort, einen ganzen Text oder Daten eines Blocks verarbeiten. Das Ergebnis hat immer dieselbe Länge: In der üblichen Schreibweise sind es 64 Zeichen aus Ziffern und den Buchstaben a bis f.
Nehmen wir das Wort Bitcoin. Daraus entsteht dieser Hash, hier gekürzt dargestellt:
b4056df6691f8dc7…
Ändern wir nur den ersten Buchstaben und schreiben bitcoin, erhalten wir:
6b88c087247aa2f0…
Ein kleiner Unterschied in der Eingabe führt also zu einem völlig anderen Ergebnis. Würdest du hingegen das gleiche Wort unverändert noch einmal eingeben, käme wieder genau derselbe Hash heraus.
Das ist für Bitcoin nützlich: Jeder kann dieselben Daten nehmen, ihren Hash berechnen und die Ergebnisse vergleichen. Veränderte Daten fallen dadurch auf.
SHA-256 Rechner
Entdecke den digitalen Fingerabdruck
Ändere ein Zeichen und beobachte den Hash. Gleiche Eingaben ergeben immer dasselbe Ergebnis.
Proof of Work ausprobieren
Wir ergänzen den Text um ein Leerzeichen und eine Zahl. Gesucht ist ein Hash, der mit zwei oder drei Nullen beginnt.
Wird berechnet …
Vereinfachte Lern-Demo: Bei Bitcoin gilt ein genauer Zahlengrenzwert. Bestimmte Blockdaten werden dafür zweimal mit SHA-256 verarbeitet.
Die Berechnung erfolgt direkt in deinem Browser.
Wie werden die Blöcke miteinander verbunden?
Jeder neue Block enthält einen Verweis auf den Hash seines Vorgängers. Im Bild unseres Buches steht damit auf jeder neuen Seite der digitale Fingerabdruck der vorherigen Seite.
Würde jemand eine Zahlung in einem älteren Block verändern, änderte sich auch dessen Fingerabdruck. Der Verweis im nächsten Block würde nicht mehr passen. Um eine zusammenhängende veränderte Geschichte zu bauen, müsste der Angreifer deshalb auch die nachfolgenden Blöcke anpassen.

Die Hashes machen Veränderungen erkennbar.
Weshalb man die Blöcke nicht einfach alle neu berechnen und damit die Geschichte umschreiben kann, erfährst du gleich.
Was ist eine Bitcoin-Wallet?
Eine Bitcoin-Wallet ist dein Werkzeug zum Empfangen und Senden von Bitcoin. Häufig verwendest du dafür eine App auf dem Smartphone oder ein Programm auf dem Computer. Darin siehst du dein Guthaben, deine Zahlungen und deine Empfangsadressen.
Die Oberfläche kann einer Banking-App ähneln. Im Hintergrund übernimmt die Wallet aber eine andere wichtige Aufgabe: Sie verwaltet die Schlüssel, mit denen du deine Bitcoin ausgeben kannst.
Wie hängen die Schlüssel zusammen?
Ein privater Schlüssel ist eine sehr grosse geheime Zahl. Deine Wallet kann ihn selbst erzeugen und verwendet ihn im Hintergrund. Du musst diese Zahl weder auswendig lernen noch bei jeder Zahlung eintippen.
Zum Empfangen zeigt dir die Wallet eine Bitcoin-Adresse an. Du kannst sie dir wie eine Kontonummer vorstellen: Gibst du sie jemandem, kann er dir Geld senden. Häufig wird die Adresse zusätzlich als QR-Code angezeigt, den die andere Person einfach scannt.
Die Adresse darfst du für den Empfang weitergeben. Den privaten Schlüssel behältst du für dich, denn mit ihm lassen sich die zugehörigen Bitcoin ausgeben.
Zwischen diesen beiden Aufgaben steht die Kryptografie, also Mathematik zum Schutz und zur Überprüfung von Informationen. Aus privaten Schlüsseln lassen sich passende öffentliche Schlüssel berechnen. Mit ihnen können andere eine digitale Unterschrift prüfen. Der geheime Schlüssel muss dafür nicht offengelegt werden.
Die Berechnung funktioniert nur in eine Richtung. Aus einem öffentlichen Schlüssel lässt sich der private Schlüssel nicht ermitteln.

Die Freigabe von Bitcoin-Zahlungen
Angenommen, du möchtest Anna 0,001 BTC senden. Sie gibt dir eine Empfangsadresse. Du übernimmst sie in deine Wallet, gibst den Betrag ein und bestätigst die Zahlung.
Deine Wallet erstellt daraus eine Transaktion. Das ist die Nachricht an das Netzwerk, welche Bitcoin an welchen Empfänger übertragen werden sollen. Mit den passenden privaten Schlüsseln setzt sie eine Unterschrift darunter. Diese wird auch digitale Signatur genannt.
Die anderen Teilnehmer können damit prüfen: Wurde diese Zahlung mit den erforderlichen Schlüsseln freigegeben? Sie müssen dafür weder deinen Namen kennen noch bei einer Bank nachfragen. Die digitale Signatur ist an die Zahlungsdaten gebunden. Jemand anderes kann also nicht einfach Annas Adresse durch seine eigene ersetzen und dieselbe Unterschrift verwenden.
Nach dem Absenden verbreitet sich die Transaktion im Netzwerk. Viele Full Nodes halten solche noch unbestätigten Zahlungen in einem eigenen Zwischenspeicher bereit – dem sogenannten Mempool. Dort kann die Zahlung warten, bis ein Miner sie in einen Block aufnimmt.
Was passiert mit meinen Bitcoin, wenn mein Smartphone kaputtgeht?
Für deine Bitcoin ist entscheidend, dass du die passenden Schlüssel wiederherstellen kannst. Viele Wallets zeigen dir beim Einrichten dafür 12 oder 24 Wiederherstellungswörter an. Diese werden Seed-Phrase genannt.
Mit diesem Backup lässt sich die Wallet auf einem anderen Gerät wiederherstellen. Deshalb ist die Sicherung dieser Wörter so wichtig. Wer sie besitzt, kann die zugehörigen Schlüssel wiederherstellen und damit auf die Bitcoin zugreifen.
Wie funktioniert Bitcoin-Mining?
Beim Bitcoin-Mining sammeln Miner Transaktionen und versuchen, einen neuen Block zur Blockchain hinzuzufügen. Dafür reicht es nicht, einfach eine Liste von Zahlungen zu veröffentlichen. Der Block muss zusätzlich einen passenden Arbeitsnachweis enthalten.
Hier kommen die Hashes aus dem Blockchain-Kapitel wieder ins Spiel. Die Miner berechnen digitale Fingerabdrücke ihrer Blockdaten. Gesucht wird ein Hash, der klein genug ist, um die vorgegebene Bedingung zu erfüllen.
Was ist Proof of Work? Ein einfaches Beispiel
Proof of Work bedeutet auf Deutsch Arbeitsnachweis. Das Prinzip dahinter lässt sich mit einer kleinen Suche erklären.
Wir nehmen den Text BitcoinReise und hängen eine Zahl an. Anschliessend berechnen wir den SHA-256-Hash dieser Eingabe. Für unser vereinfachtes Beispiel gilt folgende Regel: Ein Ergebnis passt nur dann, wenn der Hash mit zwei Nullen beginnt.
Wir probieren verschiedene Zahlen aus. Die Hashes sind hier wieder gekürzt:
BitcoinReise 1ergibtd3c29a2d…. – Passt nicht.BitcoinReise 2ergibtc3dd5bf4…. – Passt ebenfalls nicht.BitcoinReise 3ergibt7bfb6e24…. – Passt immer noch nicht.- ...
BitcoinReise 66ergibt00198713…. – Passt!
Die Zahl 66 konnten wir dem Text vorher nicht ansehen. Wir mussten ausprobieren, mit welcher zusätzlichen Zahl ein passender Hash entsteht. Würden wir einen anderen Text verwenden, müssten wir die Suche von vorne beginnen.
Das Ergebnis ist dagegen leicht zu prüfen: Du nimmst BitcoinReise 66, berechnest den Hash und schaust, ob er mit zwei Nullen beginnt. Du brauchst dafür nicht alle vorherigen Versuche zu wiederholen.
Die Suche kann aufwendig sein. Einen gefundenen Treffer zu prüfen, ist einfach.
Was suchen die Bitcoin-Miner tatsächlich?
Bei Bitcoin wird kein beliebiger Text gehasht. Und es werden auch nicht irgendwelche «komplizierten Mathematikaufgaben» gelöst. Stattdessen hashen Miner bestimmte Daten des neuen Blocks. Darin steckt unter anderem die Verbindung zu seinem Vorgänger. Miner verändern eine Zahl in diesen Daten und berechnen den Hash immer wieder neu.
Man kann einen Hash auch als Zahl lesen. Die Bitcoin-Regeln legen einen Grenzwert fest: Der berechnete Hash darf höchstens so gross sein wie dieser Wert. Je niedriger der Grenzwert liegt, desto seltener wird ein passender Treffer.
Mit anderen Worten: Je mehr führende Nullen, desto schwieriger ist es, einen gültigen Block zu finden.
Unsere Regel mit den zwei oder drei Nullen veranschaulicht diese Suche auf einfache Weise. Bei Bitcoin ist die Anzahl führender Nullen natürlich viel grösser. Ausserdem gilt der genaue Zahlengrenzwert, und gewisse Blockdaten werden zweimal mit SHA-256 verarbeitet. Das Grundprinzip bleibt jedoch gleich: ausprobieren, neu berechnen und weitersuchen, bis das Ergebnis passt.
Der Block mit der passenden Zahl liefert den Arbeitsnachweis.
Andere Teilnehmer können die Berechnung nachvollziehen und prüfen, ob der Hash die Bedingung erfüllt. Zudem kontrollieren sie die enthaltenen Transaktionen, bevor sie den Block akzeptieren.
Miner brauchen für die Suche sehr viel Rechenleistung
Ein Miner weiss nicht im Voraus, welcher Versuch erfolgreich sein wird. Er kann seine Chancen erhöhen, indem er mehr Versuche pro Sekunde durchführt. Dafür verwenden Miner spezialisierte Computer, sogenannte ASICs.
Mehr Rechenleistung bedeutet eine höhere Chance, den nächsten passenden Block zu finden. Trotzdem ist ein einzelner Treffer nicht planbar. Auch ein kleiner Miner kann Glück haben. Viele Miner bündeln ihre Rechenleistung deshalb in sogenannten Mining-Pools und teilen die Einnahmen.
Warum machen das Miner überhaupt?
Mining kostet Geld: Die Computer müssen gekauft und mit Strom betrieben werden. Miner nehmen diesen Aufwand auf sich, weil ein gültiger neuer Block ihnen eine Belohnung einbringt.
Diese Blockbelohnung besteht aus zwei Teilen:
- Blocksubvention: Der Miner darf sich eine nach festen Regeln bestimmte Menge neuer Bitcoin gutschreiben. Aktuell sind es 3,125 BTC.
- Transaktionsgebühren: Wer Bitcoin sendet, zahlt normalerweise eine Gebühr. Diese erhält der Miner, der die Zahlung in seinen Block aufnimmt.

Jetzt wird auch verständlich, weshalb deine Wallet beim Senden eine Gebühr anzeigt. Sie gehört zur Bezahlung der Miner, die Transaktionen in die Blockchain aufnehmen.
Weil in einem Block nur begrenzt Platz ist, können bei grosser Nachfrage nicht alle Zahlungen sofort aufgenommen werden. Miner bevorzugen normalerweise diejenigen, die ihnen im Verhältnis zum benötigten Platz höhere Gebühren bringen. Die Gebühr hängt deshalb vom Platzbedarf der Transaktion und von der Nachfrage ab, nicht von einem festen Prozentsatz des gesendeten Betrags.
Proof of Work schützt die Blockchain
Erinnerst du dich an das Buch mit den verbundenen Seiten?
Eine nachträgliche Änderung verändert den Hash des betroffenen Blocks. Damit wäre auch sein bisheriger Arbeitsnachweis unbrauchbar.
Ein Angreifer müsste also erneut nach einem passenden Ergebnis suchen. Anschliessend müsste er auch die Arbeitsnachweise für die darauf aufbauenden Blöcke neu finden. Währenddessen erstellen die übrigen Miner weiterhin neue Blöcke für die bisherige Geschichte.
Damit sich seine veränderte Geschichte durchsetzt, müsste der Angreifer eine gültige Kette mit mehr angesammelter Rechenarbeit aufbauen. Das kostet Geräte, Strom und Zeit. Je mehr Blöcke auf eine Zahlung folgen, desto grösser wird dieser Aufwand.
Der Energieeinsatz erschwert es, bereits bestätigte Zahlungen nachträglich zu verändern.
Was ist das Bitcoin Difficulty Adjustment?
Das Difficulty Adjustment ist die automatische Anpassung der Mining-Schwierigkeit. Es hält die Suche nach neuen Blöcken im Gleichgewicht mit der Rechenleistung im Netzwerk.
Bitcoin strebt an, dass im Durchschnitt alle zehn Minuten ein neuer Block gefunden wird. Doch es nehmen nicht immer gleich viele Computer am Mining teil. Einige kommen hinzu, andere werden abgeschaltet. Stell dir vor, die gesamte Rechenleistung verdoppelt sich. Bei unveränderter Schwierigkeit würden passende Ergebnisse nun etwa doppelt so schnell gefunden. Aus zehn Minuten würden zunächst ungefähr fünf.
Deshalb wird die Schwierigkeit alle 2'016 Blöcke neu berechnet. Die Software schaut dabei zurück, wie schnell die Blöcke des vergangenen Abschnitts entstanden sind. Waren die Miner zu schnell, wird die Suche schwieriger. Waren sie zu langsam, wird sie leichter.
Bei unserem vereinfachten Hash-Beispiel wäre eine strengere Vorgabe etwa, drei statt zwei Nullen am Anfang zu verlangen. Es gibt dann weniger passende Ergebnisse, und die Computer müssen im Durchschnitt mehr ausprobieren.
Die Anpassung braucht keinen Verantwortlichen, der einen Regler bedient. Die Berechnung ist in der Software festgelegt und lässt sich von den Teilnehmern unabhängig nachvollziehen.
Die 2'016 Blöcke entsprechen beim angestrebten Tempo ungefähr zwei Wochen.
Was ist eine Bitcoin Full Node?
Eine Bitcoin Full Node ist ein Computer mit einer Software, die die Bitcoin-Regeln selbstständig überprüft. Du kannst eine solche Node beispielsweise zu Hause betreiben. Dafür brauchst du keine teure Mining-Anlage.
Eine Full Node prüft die Transaktionen und Blöcke, die sie erhält. Sie muss einem Miner nicht glauben, dass er alles richtig gemacht hat. Ihr Programm kontrolliert das selbst. Viele Nodes leiten geprüfte Zahlungen und Blöcke an andere Teilnehmer weiter.
Was kontrolliert eine Full Node?
Nehmen wir deine Zahlung an Anna. Eine Full Node prüft sowohl die Zahlung als auch den neuen Block, in dem sie aufgenommen wird. Dabei kontrolliert sie unter anderem:
- Digitale Signatur: Wurde die Zahlung mit den erforderlichen Schlüsseln korrekt unterschrieben?
- Doppelte Ausgabe: Wurden dieselben Bitcoin bereits ausgegeben? Du kannst sie nicht erfolgreich erst an Anna und anschliessend noch einmal an jemand anderen übertragen.
- Arbeitsnachweis: Erfüllt der Hash des Blocks die vorgeschriebene Mining-Schwierigkeit?
- Blockbelohnung: Hat sich der Miner höchstens die erlaubte Menge neuer Bitcoin und die Gebühren der enthaltenen Transaktionen gutgeschrieben?
Verletzt ein Block die Regeln, nimmt die Node ihn nicht in ihre Blockchain auf. Das gilt auch dann, wenn der Miner viel Rechenleistung eingesetzt hat. Ein gültiger Arbeitsnachweis gibt ihm keine Erlaubnis, zusätzliche Bitcoin zu erfinden oder fremde Bitcoin auszugeben.
So entsteht die gemeinsame Transaktionsgeschichte
Wenn ein neuer gültiger Block im Netzwerk bekannt wird, ergänzen die Teilnehmer ihre Aufzeichnungen. Anschliessend können die Miner auf diesem Block aufbauen.
Manchmal finden zwei Miner fast gleichzeitig einen Block. Dann gibt es kurzzeitig zwei mögliche Fortsetzungen. Für diesen Fall gilt eine gemeinsame Regel: Unter den gültigen Ketten folgen die Teilnehmer derjenigen mit der meisten angesammelten Rechenarbeit. Das entspricht normalerweise der längsten Kette.
So können ihre Aufzeichnungen wieder zusammenfinden.
Die Prüfung der Regeln und die Auswahl der gemeinsamen Geschichte ergänzen sich also. Zuerst muss eine Kette gültig sein. Erst dann ist entscheidend, wie viel Rechenarbeit in ihr steckt.
Warum gibt es maximal 21 Millionen Bitcoin?
Die Menge ist begrenzt, weil die Regeln genau festlegen, wie viele neue Bitcoin ein Miner pro Block erhalten darf. Diese Menge wird immer weiter halbiert. Die Full Nodes kontrollieren bei jedem Block, ob sich der Miner daran hält.
Was ist das Bitcoin-Halving?
Das Bitcoin-Halving halbiert die Ausgabe neuer Bitcoin pro Block. Diese sogenannte Blocksubvention wird alle 210'000 Blöcke halbiert. Das entspricht ungefähr vier Jahren.
Anfangs waren 50 neue Bitcoin pro Block vorgesehen. Danach sank die Menge auf 25, 12,5 und 6,25 BTC. Seit dem Halving im April 2024 sind es 3,125 BTC pro Block. Beim nächsten Halving, voraussichtlich 2028, sinkt die Ausgabe auf 1,5625 BTC.
Die Transaktionsgebühren werden dabei nicht halbiert.

Die Halbierungen erklären auch die Obergrenze. Jede Ära fügt nur noch halb so viele neue Bitcoin hinzu wie die vorherige. Die Gesamtmenge nähert sich dadurch 21 Millionen.
Weil die Ausgabe in ganzen Satoshis, den kleinsten Bitcoin-Einheiten, berechnet und abgerundet wird, endet sie knapp unter dieser Grenze.
Nach dem vorgesehenen Zeitplan entstehen ungefähr ab dem Jahr 2140 keine neuen Bitcoin mehr.
Warum können nicht einfach mehr Bitcoin erzeugt werden?
Angenommen, ein Miner möchte sich 10 neue BTC gutschreiben, obwohl nur 3,125 BTC erlaubt sind. Er kann diese Zahl in seinen Block eintragen und versuchen, dafür einen passenden Arbeitsnachweis zu finden.
Wenn er den Block veröffentlicht, rechnen die Full Nodes jedoch nach. Sie erkennen die zu hohe Ausgabe und lehnen den Block ab.
Der Miner hat Strom und Zeit verbraucht, aber keine gültige Belohnung verdient.
Mehr Mining-Computer ändern daran nichts. Sie erhöhen weder die erlaubte Ausgabe pro Block noch die Gesamtmenge. Werden durch zusätzliche Rechenleistung zunächst schneller Blöcke gefunden, wirkt das Difficulty Adjustment dieser Beschleunigung bei der nächsten Anpassung entgegen.
Die drei Bausteine haben also unterschiedliche Aufgaben: Das Halving senkt die Ausgabe neuer Bitcoin. Das Difficulty Adjustment reguliert das Tempo der Blockproduktion. Full Nodes kontrollieren die Einhaltung der Regeln.
Wer entwickelt Bitcoin weiter?
Die Bitcoin-Software wird von vielen Entwicklern weiterentwickelt. Die bekannteste Software zum Betrieb einer Full Node heisst Bitcoin Core. Ihr Programmcode ist öffentlich einsehbar.
Entwickler können Fehler beheben, Funktionen verbessern und neue Versionen veröffentlichen. Andere Entwickler schauen sich die vorgeschlagenen Änderungen an und testen sie. So wird an der Software gearbeitet, die das Netzwerk am Laufen hält.
Ein Update verändert aber nicht automatisch die Programme auf allen anderen Computern. Die Menschen, die eine Full Node betreiben, entscheiden selbst, welche Version sie verwenden.
Kann das 21-Millionen-Limit bei Bitcoin erhöht werden?
Ein Entwickler könnte tatsächlich eine eigene Version schreiben, in der beispielsweise 42 statt 21 Millionen Bitcoin entstehen dürfen. Doch damit hätte er zunächst nur sein eigenes Programm verändert. Alle anderen Full Nodes würden weiterhin nach ihren bisherigen Regeln prüfen.
Veröffentlicht ein Miner mit dieser veränderten Software einen Block mit zusätzlichen Bitcoin, wird er von den Nodes mit den bisherigen Regeln abgelehnt. Der neue Programmcode kann ihre Prüfung nicht übergehen.
Damit eine höhere Geldmenge akzeptiert würde, müssten die Teilnehmer die geänderten Regeln übernehmen. Wer bei den bisherigen Regeln bleibt, würde die zusätzlichen Bitcoin weiterhin zurückweisen. Es könnte so eine getrennte Variante mit einer eigenen Kette entstehen. Den Nutzern des bisherigen Bitcoin-Netzwerks lässt sich diese Änderung aber nicht aufzwingen.
Das erklärt, weshalb die Grenze fast unmöglich zu verändern ist.
Es genügt nicht, eine Zahl umzuschreiben oder mehr Mining-Geräte einzusetzen. Man müsste Menschen dazu bringen, eine grundlegende Eigenschaft von Bitcoin aufzugeben. Gerade wer Bitcoin wegen seiner begrenzten Menge hält, hat einen klaren Grund, eine solche Änderung abzulehnen.
Die Begrenzung hängt deshalb nicht von einer zentralen Stelle ab. Sie wird von den Teilnehmern mit ihrer Software unabhängig überprüft und durchgesetzt.
Wie läuft eine Bitcoin-Transaktion ab?
Schauen wir uns deine Zahlung von 0,001 BTC an Anna noch einmal als Ganzes an:
- Anna zeigt dir ihre Empfangsadresse.
- Du übernimmst die Adresse in deine Wallet, wählst den Betrag und gibst die Zahlung frei.
- Deine Wallet erstellt mit den passenden privaten Schlüsseln die digitale Signatur.
- Die Transaktion wird an das Netzwerk gesendet.
- Full Nodes prüfen sie und verbreiten sie weiter.
- Ein Miner nimmt die Transaktion in einen Block auf und probiert neue Hashes aus, bis er einen passenden Arbeitsnachweis findet.
- Der neue Block wird veröffentlicht.
- Full Nodes prüfen den Block. Sie kontrollieren die Zahlungen, den Arbeitsnachweis und die Belohnung des Miners.
- Ist der Block gültig, wird er zur Blockchain hinzugefügt. Deine Zahlung erhält ihre erste Bestätigung.

Annas Wallet kann den Eingang bereits vor der ersten Bestätigung als unbestätigt anzeigen.
Mit jedem weiteren Block auf der Kette erhält die Zahlung eine zusätzliche Bestätigung. Damit wächst die Arbeit, die für eine nachträgliche Änderung ihrer Geschichte nötig wäre. Bei grösseren Beträgen werden deshalb häufig mehrere Bestätigungen abgewartet.
Wie schnell die erste Bestätigung kommt, hängt von der Gebühr, der Nachfrage nach Blockplatz und vom Zeitpunkt des nächsten Blocks ab. Die durchschnittlichen zehn Minuten sind keine garantierte Zahlungsdauer.
Für dich kann sich dieser ganze Ablauf auf wenige Schritte in einer App beschränken.
Im Hintergrund sorgt das Zusammenspiel dafür, dass du Bitcoin direkt an andere Menschen senden kannst und die Regeln von vielen unabhängigen Teilnehmern geprüft werden.
Häufige Fragen zur Funktionsweise von Bitcoin
Ist Bitcoin anonym?
Nein. Bitcoin ist pseudonym. In der Blockchain stehen Adressen statt Klarnamen. Die Zahlungen sind aber öffentlich nachvollziehbar. Wird eine Adresse mit deiner Identität verbunden, lassen sich möglicherweise auch weitere Zahlungen zuordnen. Das kann beispielsweise passieren, wenn du bei einer Börse mit Identitätsprüfung kaufst und Bitcoin auszahlen lässt.
Was passiert, wenn 2140 alle Bitcoin gemint wurden?
Miner erhalten keine neu erzeugten Bitcoin mehr. Ihre Einnahmen bestehen dann ausschliesslich aus den Transaktionsgebühren. Solange diese einen wirtschaftlichen Anreiz bieten, das Mining fortzusetzen, wird das Netzwerk abgesichert. Bitcoin kann also weiter funktionieren. Es können weiterhin neue Blöcke entstehen, und du kannst Bitcoin wie gewohnt senden und empfangen.
Brauche ich eine eigene Full Node, um Bitcoin zu nutzen?
Nein. Zum Empfangen und Senden genügt eine geeignete Wallet. Viele Wallets beziehen die nötigen Informationen über die Infrastruktur ihres Anbieters. Eine eigene Full Node gibt dir die Möglichkeit, Zahlungen und Blöcke selbst zu überprüfen. Du kannst sie später ergänzen, wenn du dich intensiver mit Bitcoin beschäftigst.
Kann ich Bitcoin empfangen, wenn meine Wallet offline ist?
Ja. Andere können Bitcoin an deine Empfangsadresse senden, auch wenn dein Smartphone ausgeschaltet ist. Das Netzwerk verarbeitet die Zahlung unabhängig von deinem Gerät. Sobald deine Wallet wieder online ist und ihre Informationen aktualisiert, zeigt sie dir den Eingang an.
Was passiert, wenn viele Bitcoin-Miner ihre Geräte abschalten?
Dann sinkt die Rechenleistung, und neue Blöcke entstehen zunächst langsamer. Beim nächsten Difficulty Adjustment wird die Mining-Schwierigkeit sinken, sodass die verbliebenen Miner wieder leichter passende Ergebnisse finden. Die Anpassung erfolgt alle 2'016 Blöcke.
Mehr Bitcoin-Wissen
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