Bitcoin sicher aufbewahren: Die 3 Stufen der Verwahrung
Hier erfährst du, wie du Bitcoin sicher aufbewahrst – vom blutigen Anfänger bis zum absoluten Profi.
Stell dir vor, du hast dich endlich getraut. Du hast dich in das Thema Bitcoin eingelesen, dir einen Account bei einer Börse erstellt und die ersten Anteile gekauft.
Das Gefühl ist grossartig. Du kannst nun auch endlich von steigenden Kursen profitieren.
Doch dann passiert es.
Du willst dich einloggen, aber die Seite lädt nicht. In den Nachrichten liest du "Börse XY stellt Auszahlungen ein." Plötzlich realisierst du: Die Zahlen in der App waren nur ein Versprechen. Ein Versprechen eines fremden Unternehmens, mir meine Bitcoin zu geben, wenn ich sie haben will. Sie waren gar nie wirklich in meinem Besitz.
Damit dir das nicht passiert, schauen wir uns die 3 Stufen der Verwahrung an – vom blutigen Anfänger bis zum absoluten Profi. Jeder, der schon einen signifikanten Bestand angespart hat, sollte bis zum Schluss dranbleiben.
Schnapp dir ein Ricola. Wir starten direkt mit der ersten Stufe.
Stufe 1: Börsen
Ich und viele andere haben genau so angefangen.
Man meldet sich bei einer grossen Börse wie Kraken, Bitpanda oder Bison an, und drückt auf „Kaufen“. Innerhalb von 24 Stunden erhält man seine ersten Bitcoin. Einfacher geht es nicht. Und genau das ist der Vorteil: Du brauchst kein technisches Vorwissen und kannst sofort an der Preisentwicklung teilhaben.
Aber Achtung: Diese Bequemlichkeit hat einen hohen Preis. Technisch gesehen gehören die Bitcoin auf einer Börse gar nicht dir.
Hast du jemals von Mt. Gox oder FTX gehört? Beides waren zu ihrer Zeit sehr beliebte Börsen. Sie hatten Tausende Kunden und verwalteten Gelder in Millionen-, ja sogar Milliardenhöhe. Doch von heute auf morgen war alles weg. Kunden verloren ihre ganzen Ersparnisse, weil sich die Betreiber verzockt haben beziehungsweise gehackt wurden.
Vielleicht denkst du jetzt: "Ach, dann kaufe ich mir einfach einen ETF. Die sind viel besser reguliert". Ja, das stimmt. Aber was, wenn dein Konto eingefroren wird? Wenn jemand deine Identität klaut, und dein Konto leerräumt? In Zeiten von KI ist das gar nicht so unrealistisch. Du bist immer noch dem Drittparteirisiko ausgesetzt.
Bitcoin wurde geschaffen, um niemandem Vertrauen zu müssen. Du musst niemand um Erlaubnis bitten und niemand kann darüber entscheiden, was du mit deinem Geld machst.
Einer der grössten Vorteile von Bitcoin ist, dass er ohne Mittelsmann funktioniert. Nutze ihn, und erklimme schnell die nächste Stufe.
Stufe 2: Deine eigene Hardware-Wallet
Sobald deine Coins einen Wert erreicht haben, bei dem es richtig weh tut, ihn zu verlieren, solltest du dich mit Eigenverwahrung beschäftigen. Ein guter Richtwert ist meiner Meinung nach 1.000 CHF. Wenn dein Bitcoin-Bestand diesen Wert übersteigt, sollte man sich eine Hardware-Wallet zulegen.
Was ist eine Hardware-Wallet?
Eine Hardware-Wallet ist ein kleines Gerät, das deine Seedphrase offline generiert und speichert. Sie ähnelt oft einem USB-Stick.
Und falls du dich jetzt fragst, was eine Seedphrase ist: Stell sie dir als "Hauptschlüssel" zu deiner Wallet vor. In der Regel wird sie mit 12 oder 24 Wörtern dargestellt. Sie ist der Zugang zu deinen Bitcoin. Wer die Seedphrase besitzt, kann über die Coins verfügen.

Möchtest du also, dass nur du über die Bitcoin verfügst, darfst nur du die Seedphrase kennen. Und die Hardware-Wallet sorgt dafür, dass das der Fall ist. Selbst wenn dein Computer voller Viren ist, können deine Coins nicht gestohlen werden. Und selbst wenn jemand Zugriff auf deinen Laptop hat, kann er ohne deine Bestätigung auf der Hardware-Wallet keine Transaktion ausführen. Natürlich gilt dies nur solange du als Mensch keinen Fehler machst.
Und hier liegt die Schwierigkeit: Eigenverwahrung bedeutet Eigenverantwortung.
Vielleicht hast du schon mal von James Howells gehört. Er hat 2013 versehentlich eine Festplatte weggeschmissen, auf der die Schlüssel zu 8.000 Bitcoin lagen. Noch heute versucht er, Zugang zu einer Müllhalde zu bekommen, um danach zu suchen – vergeblich.
Die Geschichte von James soll dir keine Angst machen. Sie soll dir nur aufzeigen, wie wichtig der sorgfältige Umgang mit deiner Seedphrase ist.
Eine Hardware-Wallet erleichtert vieles.
Worauf du beim Kauf einer Hardware-Wallet achten solltest
Allerdings ist nicht jede Wallet gleich. Es gibt fünf Dinge, auf die du beim Kauf unbedingt achten solltest:
- Open Source: Der Programmcode sollte für jeden einsehbar sein. Nur so kannst du sicherstellen, dass keine Hintertüren eingebaut sind.
- Einfache Bedienung: Was bringt dir die sicherste Lösung, wenn du sie nicht bedienen kannst?
- Bitcoin-only Firmware: Weniger Schnickschnack bedeutet weniger Angriffsfläche für Hacker.
- Secure Element: Die Wallet sollte über einen Sicherheitschip verfügen, damit sie gegen physische Angriffe geschützt ist.
- Eingebauter Bildschirm: Transaktionsdaten sollen direkt am Gerät geprüft werden können – unabhängig vom Computer oder Smartphone.
Eine Hardware-Wallet, die all diese Punkte erfüllt, ist die BitBox02 Bitcoin-only Edition. Sie gilt als extrem sicher, ist auch für Anfänger leicht zu bedienen und wird in der Schweiz hergestellt. Wenn du dir (oder deinen Liebsten) eine holen willst, nutze gerne meinen Link und meinen Rabattcode BITCOINREISE. Damit unterstützt du meine Arbeit und sparst 5% auf deinen Einkauf.
Stufe 3: Passphrase und Multisig
Du hast mittlerweile einen stattlichen Betrag angespart und willst nachts gut schlafen können, selbst wenn ein Einbrecher vor der Tür steht? Dann willkommen in der Profi-Sektion. Hier sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Beginnen wir mit der ersten Option:
Die Passphrase
Stell dir vor, jemand bricht bei dir ein und findet deine 24 Wörter. Normalerweise würdest du jetzt alle Bitcoin verlieren. Mit einer Passphrase, die du unabhängig von der Seedphrase aufbewahrst, würde das nicht passieren. Du fügst eine zusätzliche Sicherheitsebene hinzu.
Die Passphrase ist ein beliebiges Wort deiner Wahl. Oft wird sie auch als das 25. Wort bezeichnet. Mit dem zusätzlichen Wort wird eine komplett neue Wallet erstellt. Nun musst du deine Bitcoin nur noch auf die neue Wallet transferieren, und schon bist du vor Einbrechern geschützt. Wenn jemand die 24 Wörter findet, wird sich nichts darauf befinden.
Dieses Setup bietet nicht nur einen tollen Schutz vor Einbrechern, es schützt dich auch vor einer sogenannten $5 Wrench Attack – sprich, wenn du mit einem billigen Schraubenschlüssel bedroht wirst.
Besitzt du beispielsweise 5 BTC, könntest du auf einer Wallet ohne Passphrase 0,5 BTC aufbewahren und auf der Wallet mit deiner geheimen Passphrase die restlichen 4,5 BTC. Wenn du bedroht wirst, gibst du die 24 Wörter und damit die 0,5 BTC raus. Der Angreifer sieht eine gültige Wallet und geht davon aus, dass er alles hat. Er weiss nicht, dass sich 90% deiner Coins hinter der Passphrase verbergen.
Aber Achtung: Wenn du die Passphrase vergisst, kommt NIEMAND mehr an die Coins – auch du nicht. Schütze sie also genau so gut wie deine Seedphrase.
Eine andere Möglichkeit ist Multisig.
Multisig
Multisig ist die digitale Variante eines Atomschutzbunkers. Sicherer geht es nicht.
Zum Versenden von Bitcoin benötigst du die Seedphrase beziehungsweise den privaten Schlüssel. Er wird genutzt, um die Transaktion digital zu signieren. Bei einer normalen Transaktion reicht eine digitale Signatur aus. Eine Multisignature-Wallet kann diese (wie der Name schon sagt) auf mehrere Signaturen erweitern. Konkret bedeutet das: 1 von 2, 5 von 7 oder sogar 19 von 20.

Am beliebtesten ist die Aufteilung 2 von 3. Du hast 3 unterschiedliche Hardware-Wallets mit 3 unterschiedlichen Seedphrases und benötigst 2 davon, um eine Transaktion zu versenden. Wenn ein Angreifer eine der Seedphrases findet, kann er damit nichts anfangen. Genauso wäre es nicht schlimm, wenn du eine Seedphrase verlierst. Mit den anderen zwei hast du noch immer die volle Kontrolle.
Neben dem Schutz vor potenziellen Erpressern gibt es weitere mächtige Anwendungsfälle für Multisig: Individuelle Nachlasspläne, geteilte Konten in Unternehmen, Lightning, usw.
Sei dir jedoch bewusst: Je komplizierter dein Setup, desto eher passieren Fehler. Die Einrichtung und Verwendung von Multisig ist nicht ganz einfach.
Lass mich wissen, falls ich einen eigenen Beitrag dazu erstellen soll.
Schlussendlich ist es egal, auf welcher Stufe du dich gerade befindest. Um weiterzukommen, gibt es nur einen Weg: Einfach machen.
Mindestens Stufe 2 sollte jeder, der diesen Beitrag gelesen hat, erreichen. Leg dir eine Hardware-Wallet zu und trau dich, deine Bitcoin selbst aufzubewahren. Erst dann spürst du, was echte finanzielle Souveränität bedeutet.
Du schaffst das!