Was ist Bitcoin? Einfach erklärt für Anfänger
Bitcoin ist digitales Geld, das du ohne Bank direkt an andere Menschen senden kannst. Seine Menge ist auf 21 Millionen begrenzt. Doch was ist daran so besonders?
Das Wichtigste in Kürze 💡
- Bitcoin ist ein digitales Geldsystem, mit dem du weltweit und rund um die Uhr Zahlungen senden kannst, ohne dass eine Bank dafür benötigt wird.
- Die Menge ist auf maximal 21 Millionen Bitcoin begrenzt und kann von keiner zentralen Stelle erhöht werden.
- Du kannst deine Bitcoin selbst aufbewahren und versenden, ohne sie einer Bank oder einer anderen Firma anzuvertrauen.
- Die Software und die auf der Blockchain gespeicherten Zahlungen sind öffentlich einsehbar. So lässt sich unabhängig überprüfen, ob die Regeln eingehalten werden.
- Der Bitcoin-Kurs kann stark schwanken. Bei der Selbstverwahrung bist du dafür verantwortlich, deinen Zugang vor Verlust und Diebstahl zu schützen.
Inhaltsverzeichnis
Bitcoin einfach erklärt
Bitcoin ist ein digitales Geldsystem, das seit 2009 ohne zentrale Bank funktioniert. Anstatt die Buchführung einem einzelnen Unternehmen zu überlassen, prüfen unabhängige Computer auf der ganzen Welt, welche Zahlungen gültig sind. Dadurch kannst du Bitcoin direkt an andere Menschen senden und selbst darüber verfügen, ohne dass eine Bank die Zahlung für dich abwickeln muss.
Der Name «Bitcoin» bezeichnet sowohl das Netzwerk als auch die darin verwendete Geldeinheit. Wenn du von einem bestimmten Bitcoin-Betrag sprichst, verwendest du die Abkürzung «BTC», ähnlich wie «CHF» für Schweizer Franken steht.
Die bestätigten Zahlungen werden in einer öffentlichen Datenbank festgehalten, der Blockchain. Stell sie dir wie ein gemeinsames Kassenbuch vor, von dem viele Computer eine Kopie führen. Neue Zahlungen werden in Paketen zusammengefasst, den sogenannten Blöcken, die anschliessend miteinander verknüpft werden. Aus dieser Kette von Blöcken ergibt sich der Name Blockchain, auf Deutsch «Blockkette».

Du musst dieses Kassenbuch aber nicht selbst durchforsten, um Bitcoin zu nutzen: Eine Wallet-App zeigt dir beispielsweise deinen Bestand an und hilft dir beim Senden und Empfangen.
Bitcoin ist keine Münze und kein Unternehmen
Die goldene Münze mit dem Bitcoin-Logo ist ein Symbol. Bitcoin selbst existiert als digitale Geldeinheit und hat keine physische Form, die du dir auszahlen lassen oder in die Hand nehmen kannst.
Ebenso wenig kaufst du damit einen Unternehmensanteil. Es gibt keine Bitcoin AG, die dir Gewinne ausschüttet, und keinen Bitcoin-CEO, der das Netzwerk führt. Ebenso wenig verspricht dir eine Zentralbank, deine Bitcoin zu einem festen Kurs in Franken einzutauschen.
Was du erhältst, sind Einheiten eines eigenständigen Geldsystems.
Du musst keinen ganzen Bitcoin kaufen
Vielleicht hast du schon einen Bitcoin-Kurs gesehen und gedacht, dass du dafür einen ziemlich grossen Betrag investieren müsstest. Tatsächlich kannst du auch einen kleinen Bruchteil davon kaufen, denn ein Bitcoin besteht aus 100 Millionen Satoshis. Das Prinzip kennst du von Franken und Rappen, nur lässt sich Bitcoin viel feiner aufteilen. Ein Satoshi entspricht 0,00000001 BTC und wird häufig als «Sat» bezeichnet.
1 Franken = 100 Rappen
Nehmen wir an, ein Bitcoin kostet CHF 100'000. Für CHF 100 erhältst du dann:
- 0,001 BTC, also
- 100'000 Satoshis.
Ob deine Wallet den Betrag in BTC oder Satoshis anzeigt, ändert nichts an deinem Bestand. Es sind lediglich zwei Schreibweisen für denselben Betrag.
Warum Bitcoin entwickelt wurde
Das Problem mit digitalem Geld
Ein digitales Foto kannst du an zehn Freunde schicken, ohne dass es von deinem Smartphone verschwindet. Du verschickst Kopien und behältst das Original.
Bei Geld darf das nicht genauso funktionieren: Könntest du CHF 100 senden und anschliessend denselben Betrag immer wieder ausgeben, würde es seinen Wert schnell verlieren. Es wären keine verlässlichen Zahlungen möglich. Genau das bezeichnet man als «Double Spending Problem», auf Deutsch: das Problem der doppelten Ausgabe.
Bei Bargeld gibt es dieses Problem nicht.
Sobald du Anna eine 100-Franken-Note gibst, hast du sie nicht mehr. Du kannst dieselbe Note folglich nicht auch Ben überreichen. Im digitalen Zahlungsverkehr übernimmt diese Aufgabe normalerweise eine Bank, die den Betrag von deinem Konto abbucht und ihn dem Empfänger gutschreibt.
Bitcoin löst das Problem der doppelten Ausgabe ohne eine zentrale Bank.
Dafür führt ein Netzwerk aus Computern das gemeinsame Kassenbuch. Die Teilnehmer prüfen, ob die Bitcoin einer Zahlung noch verfügbar sind, und halten die Reihenfolge der Zahlungen in der Blockchain fest. Ein bereits ausgegebener Betrag steht dort nicht einfach erneut zur Verfügung, nur weil jemand dieselbe Zahlungsanweisung ein zweites Mal verschickt.
Bleiben wir bei den 100'000 Satoshis aus unserem Kaufbeispiel:
Du versuchst, dieselben Satoshis gleichzeitig an Anna und an Ben zu senden. In der gemeinsamen Buchführung können nicht beide Zahlungen als gültig bestätigt werden: Ist der Betrag an Anna gegangen, kannst du ihn nicht zusätzlich Ben geben. Das unabhängige Netzwerk aus Computern würde einen solchen Versuch ablehnen.
Solche direkten Zahlungen zwischen Teilnehmern nennt man Peer-to-Peer. Die Teilnehmer können direkt miteinander kommunizieren.
Satoshi Nakamoto und der Start von Bitcoin
Am 31. Oktober 2008 veröffentlichte eine Person oder Gruppe unter dem Namen Satoshi Nakamoto das Konzept zu Bitcoin. Dieses Whitepaper trägt den Titel «Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System» und beschreibt ein elektronisches Bargeldsystem für direkte Zahlungen zwischen Teilnehmern.
Im Januar 2009 startete das Netzwerk.
Wer hinter dem Namen steckt, ist bis heute nicht verlässlich bekannt. Für den Betrieb spielt das inzwischen keine entscheidende Rolle mehr, denn Bitcoin braucht seinen Erfinder nicht, um weiterzulaufen. Die Software ist öffentlich verfügbar, und die Teilnehmer betreiben das Netzwerk selbst.
Die wichtigsten Eigenschaften von Bitcoin
Dezentrale Verwaltung
Bei einem Unternehmen entscheidet die Geschäftsleitung, welches Angebot es gibt und ob der Betrieb weitergeführt wird. Bitcoin hat keine vergleichbare Zentrale. Das Netzwerk wird von Menschen und Unternehmen betrieben, die unabhängig voneinander daran teilnehmen, sodass es beim Ausfall eines einzelnen Teilnehmers weiterlaufen kann. Diese Verteilung nennt man Dezentralität.
Es gibt also keinen Bitcoin-Chef, der allein über das gesamte System entscheidet.
Das zeigt sich auch beim Zugang. Du bist nicht an eine bestimmte Bitcoin-App gebunden, sondern kannst eine andere Wallet verwenden und bleibst trotzdem im selben Netzwerk. Ähnlich wie bei E-Mails können unterschiedliche Programme miteinander kommunizieren, ohne dass alle Menschen Kunde desselben Unternehmens sein müssen.
Eine einzelne Firma kann dem übrigen Bitcoin-Netzwerk deshalb auch nicht einfach neue Regeln aufzwingen.
Eine begrenzte und vorhersehbare Geldmenge
Die maximale Menge beträgt 21 Millionen Bitcoin. Für viele Menschen ist das einer der wichtigsten Gründe, sich mit Bitcoin zu beschäftigen.
Während Franken und Euro durch Zentralbanken und Geschäftsbanken geschaffen werden und keine feste Obergrenze haben, folgt die Ausgabe neuer Bitcoin einem festgelegten Plan. Die Software bestimmt, wie viele neue Einheiten entstehen dürfen, und die Computer im Netzwerk prüfen, ob diese Regeln eingehalten werden.
Keine zentrale Stelle kann nach Belieben zusätzliche Bitcoin schaffen.
Dabei sind drei Eigenschaften entscheidend:
- Bekannte Obergrenze: Insgesamt entstehen maximal 21 Millionen Bitcoin.
- Vorhersehbare Ausgabe: Neue Bitcoin kommen nach festgelegten Regeln in Umlauf.
- Sinkender Zuwachs: Ungefähr alle vier Jahre halbiert sich die Menge neuer Bitcoin pro Block. Dieses Ereignis heisst Halving.
Neue Bitcoin entstehen beim Mining, bei dem spezialisierte Computer Rechenleistung einsetzen, um neue Blöcke zu erstellen und das Netzwerk abzusichern.
Die wirtschaftliche Besonderheit lässt sich leicht an einem gewöhnlichen Produkt zeigen. Wird es beliebter und steigt sein Preis, können Hersteller versuchen, mehr davon zu produzieren. Bei Bitcoin wächst die maximale Menge hingegen nicht mit der Nachfrage. Wer Bitcoin besitzt, weiss bereits heute, wie viele Einheiten höchstens entstehen können, selbst wenn sich künftig viel mehr Menschen dafür interessieren.
Für mich ist diese Vorhersehbarkeit bemerkenswert: Wenn die Nachfrage nach Bitcoin steigt, steigt auch deren Wert.
Das bedeutet natürlich nicht, dass die Knappheit automatisch einen steigenden Preis garantiert. Dazu braucht es Menschen, die Bitcoin kaufen und nutzen möchten.
Öffentliche Überprüfung statt blindes Vertrauen
Wenn du wissen möchtest, ob eine Bitcoin-Zahlung bestätigt wurde, kannst du in der Blockchain nachsehen. Dafür gibt es öffentlich zugängliche Websites, auf denen du Zahlungen nachvollziehen kannst. Du bist also nicht allein auf die Auskunft eines Unternehmens angewiesen.
Wer mit eigener Bitcoin-Software am Netzwerk teilnimmt, kann selbst prüfen, ob die Regeln eingehalten werden.
Die Buchführung ist öffentlich, deine Identität steht aber nicht automatisch daneben. Vollständig anonym ist Bitcoin trotzdem nicht. Sobald eine Adresse einer Person zugeordnet werden kann, lassen sich auch die damit verbundenen Zahlungen nachvollziehen.
Die Offenheit hilft somit bei der Überprüfung, verlangt aber auch einen bewussten Umgang mit der eigenen Privatsphäre.
Offene Software und gemeinsame Regeln
Auch die Software hinter Bitcoin lässt sich unabhängig untersuchen.
Der Programmcode von Bitcoin Core, einer wichtigen Bitcoin-Software, ist öffentlich zugänglich, sodass Fachleute Fehler suchen und Verbesserungen vorschlagen können. Das nennt man Open Source. Du musst dafür nicht selbst programmieren können, profitierst aber davon, dass die Funktionsweise kein Geschäftsgeheimnis eines einzelnen Unternehmens ist.
Ein Vorschlag verändert allerdings noch nicht das gesamte Netzwerk. Andere Teilnehmer entscheiden selbst, ob sie die entsprechende Software verwenden.
Ein Entwickler kann nicht allein neue Regeln für alle festlegen.
Eigene Kontrolle über die Bitcoin
Bitcoin gibt dir die Möglichkeit, deinen Bestand selbst aufzubewahren.
Dafür verwendest du eine Wallet, die deine digitalen Schlüssel verwaltet. Mit diesen Schlüsseln gibst du Zahlungen frei, ähnlich wie du mit einer Unterschrift eine Anweisung bestätigst. Hältst du sie selbst, entscheidest du eigenständig über deine Zahlungen, ohne einen Anbieter um eine Auszahlung bitten zu müssen.
Diese eigene Kontrolle nennt man Selbstverwahrung.
Obwohl «Wallet» übersetzt Geldbörse bedeutet, liegen die Bitcoin selbst nicht im Smartphone oder in einem Gerät. Stattdessen liegen sie als Daten in der Blockchain. Eine Wallet verwaltet lediglich den Zugang zu den Bitcoin.
Weltweit senden, ohne zentrale Freigabe
Für das Bitcoin-Netzwerk macht es keinen Unterschied, ob der Empfänger im Nachbardorf oder auf einem anderen Kontinent lebt. Ihr verwendet dasselbe System und braucht für die direkte Nutzung kein Konto bei einer zentralen Bitcoin-Stelle.
Mit einer passenden Wallet und einer Internetverbindung kannst du Zahlungen senden und empfangen.
Daraus ergeben sich mehrere praktische Eigenschaften:
- Rund um die Uhr: Das Netzwerk läuft auch am Wochenende und an Feiertagen.
- Über Landesgrenzen hinweg: Sender und Empfänger verwenden dasselbe Zahlungssystem.
- Ohne zentrale Freigabe: Für den direkten Zugang ist keine Erlaubnis einer Bank nötig.
Weil es keinen einzelnen Betreiber gibt, lassen sich Zahlungen schwerer unterdrücken. Diese Widerstandsfähigkeit nennt man Zensurresistenz. Kaufst du Bitcoin hingegen über eine Börse oder lässt deinen Bestand dort aufbewahren, gelten zusätzlich die Bedingungen des Unternehmens und die jeweiligen gesetzlichen Vorgaben.
Bitcoin im Vergleich zu anderen Geld- und Anlageformen
Bitcoin erinnert in manchen Punkten an ein Bankguthaben, in anderen an Bargeld oder Gold. Diese Vergleiche helfen, seine Eigenschaften einzuordnen und die Unterschiede zu vertrauten Geldformen zu verstehen.
| Merkmal | Bitcoin | Bankguthaben | Bargeld | Gold | Andere Kryptos |
|---|---|---|---|---|---|
| Form | Digital | Digital | Physisch | Physisch | Digital |
| Knappheit | Max. 21 Mio. | Keine feste Obergrenze | Keine feste Obergrenze | Natürlich knapp | Je nach Projekt |
| Neue Einheiten | Mining | Bankkredite | Zentralbank / Staat | Goldförderung | Je nach Projekt |
| Zentrale Steuerung | Nein | Ja | Ja | Nein | Bei vielen ja |
| Eigene Aufbewahrung | Ja | Nein | Ja | Ja | Ja |
| Übertragung | Digital, direkt | Über Banken | Physische Übergabe | Physischer Transport | Meist digital, direkt |
| Buchführung | Öffentliche Blockchain | Bankintern | Keine gemeinsame | Keine gemeinsame | Meist öffentliche Blockchain |
Bitcoin im Vergleich zu Bankguthaben
Ob du mit Karte bezahlst, TWINT nutzt oder eine Überweisung machst: Digitales Bezahlen gehört längst zum Alltag. Meist verwendest du dabei Bankguthaben. Stehen CHF 100 auf deinem Konto, schuldet dir die Bank diesen Betrag.
Dein Kontostand ist also ein Anspruch gegenüber der Bank.
Bei Bitcoin kontrollierst du den Zugang zu deinem Bestand selbst. Du brauchst keine Bank, sondern sendest Zahlungen direkt von deiner Wallet an andere Teilnehmer.
Auch bei der Geldschöpfung gibt es einen grundlegenden Unterschied. Franken und US-Dollar entstehen sowohl durch Zentralbanken als auch durch die Kreditvergabe der Geschäftsbanken. Zwar gelten dafür wirtschaftliche und gesetzliche Grenzen, eine feste Obergrenze für die gesamte Menge gibt es aber nicht.
Dafür übernimmt deine Bank Aufgaben, um die du dich bei der Selbstverwahrung selbst kümmern musst. Wenn du etwa dein Passwort vergisst, kann dir der Kundendienst wieder Zugang zum Konto geben.
Bei einer eigenen Bitcoin-Wallet ist das nicht der Fall.
Bitcoin im Vergleich zu Bargeld
Eine Banknote kannst du selbst aufbewahren und direkt an einen anderen Menschen weitergeben, ohne dafür ein Konto zu benötigen. Diese direkte Kontrolle über das Geld erinnert bei Bitcoin an Bargeld und erklärt die Bezeichnung «Bargeld für das Internet».
Der Empfänger muss bei Bitcoin allerdings nicht vor dir stehen. Du kannst Werte weltweit übertragen.
Bargeld hat wiederum Eigenschaften, die Bitcoin nicht auf dieselbe Weise bietet: Die Übergabe einer Banknote wird nicht in einer öffentlichen Datenbank festgehalten.
Bitcoin im Vergleich zu Gold
Die Bezeichnung «digitales Gold» kommt nicht von ungefähr. Gold und Bitcoin teilen mehrere Eigenschaften, die sie für Menschen interessant machen:
- Knappheit: Gold ist selten und seine Förderung aufwendig. Auch Bitcoin lässt sich nicht beliebig vermehren, wobei seine maximale Menge bereits feststeht. Wie viel Gold künftig noch gefördert werden kann, ist dagegen nicht genau bekannt.
- Eigene Aufbewahrung: Einen Goldbarren kannst du selbst lagern, ebenso wie du die Kontrolle über deine Bitcoin übernehmen kannst. In beiden Fällen musst du keiner Bank vertrauen.
- Wertaufbewahrung: Gold wird seit langer Zeit genutzt, um einen Teil der Ersparnisse aufzubewahren. Manche Menschen kaufen Bitcoin mit demselben Ziel und setzen dabei auf seine begrenzte Menge.
Auch wenn Bitcoin als digitales Gold bezeichnet wird, sind die beiden Anlagen nicht gleich: Gold hat eine viel längere Nutzungsgeschichte und wird zusätzlich für Schmuck und in der Technik verwendet. Bitcoin hingegen hat den Vorteil, dass er nicht physisch irgendwohin transportiert werden muss. Dafür braucht es nur ein paar Klicks am Computer. Genauso ist es einfacher, den digitalen Vermögenswert auf Echtheit zu prüfen.
Daher lassen sich weder dieselben Risiken noch eine ähnliche Preisentwicklung ableiten.
Bitcoin im Vergleich zu anderen Kryptowährungen
Bitcoin gehört zu den Kryptowährungen. Diese nutzen Mathematik, um das Netzwerk abzusichern. Bei Bitcoin lässt sich damit prüfen, ob jemand berechtigt ist, eine Zahlung freizugeben.
Der gemeinsame Oberbegriff bedeutet allerdings nicht, dass alle Kryptowährungen gleich funktionieren: Andere Projekte können eigene Ausgaberegeln, andere technische Grundlagen oder einen zentralen Betreiber haben. Ein Fehler bei einem anderen Coin muss deshalb separat betrachtet werden. Es ist nicht automatisch ein Fehler im Bitcoin-System.
Für eine sinnvolle Beurteilung muss man unterscheiden, welches Projekt betroffen ist.
Inzwischen gibt es unzählige andere Kryptowährungen. Viele davon sind weder dezentral noch in ihrer Menge begrenzt. Manche Projekte sind sogar Betrug. Prüfe deshalb genau, was hinter einer Kryptowährung steckt.
Wofür Bitcoin verwendet wird
Langfristiges Sparen und Wertaufbewahrung
Ein wichtiger Anwendungsfall von Bitcoin ist das langfristige Sparen. Während Zentralbanken und Geschäftsbanken neues Geld schaffen können, ist die maximale Menge bei Bitcoin auf 21 Millionen Einheiten begrenzt.
Diese feste Obergrenze macht Bitcoin für Menschen interessant, die einen Teil ihrer Ersparnisse unabhängig von der Geldpolitik aufbewahren möchten.
Die Idee dahinter: Wenn die Geldmenge wächst, suchen Sparer nach Alternativen, deren Angebot sich nicht beliebig ausweiten lässt. Bitcoin bietet genau diese Eigenschaft. Steigt die Nachfrage nach Bitcoin, trifft sie auf ein begrenztes Angebot. Und das wiederum führt zu einem höheren Preis. Darauf setzen Menschen, die Bitcoin als langfristige Wertaufbewahrung nutzen.
Wie sich Kursveränderungen auswirken, zeigt unser Kaufbeispiel mit den 0,001 BTC, für die wir bei einem angenommenen Bitcoin-Kurs von CHF 100'000 genau CHF 100 bezahlt haben:
- Steigt der Kurs auf CHF 150'000, sind deine Bitcoin neu CHF 150 wert.
- Fällt der Kurs auf CHF 50'000, beträgt ihr Gegenwert noch CHF 50.
Du besitzt in beiden Fällen weiterhin dieselben 0,001 BTC. Dein Bitcoin-Bestand bleibt also gleich, während sein Gegenwert in Franken schwankt.
Zahlungen und internationale Überweisungen
Mit Bitcoin kannst du Rechnungen bezahlen, Projekte mit einer Spende unterstützen oder Geld an andere Menschen senden. Besonders bei internationalen Überweisungen zeigt sich ein Vorteil: Beide Seiten nutzen dasselbe Netzwerk. Die Zahlung muss also nicht über mehrere unterschiedliche Banken weitergereicht werden.
Das ist beispielsweise für Menschen interessant, die im Ausland arbeiten und ihre Familie zu Hause finanziell unterstützen.
Stell dir eine Frau von den Philippinen vor, die in der Schweiz arbeitet und jeden Monat einen Teil ihres Lohns an ihre Eltern schickt. Diese haben kein Bankkonto, besitzen aber ein Smartphone mit Internetzugang. Die Tochter kann Bitcoin kaufen und direkt an die Wallet ihrer Eltern senden. Für den Empfang brauchen die Eltern kein Bankkonto. Sie können die Bitcoin selbst aufbewahren und weiterverwenden.
Dieser Zahlungsweg kann Überweisungen vereinfachen und je nach Kauf- und Umtauschgebühren Kosten sparen.
Laut der Weltbank haben weltweit rund 1,5 Milliarden Erwachsene kein Konto bei einer Bank oder einem ähnlichen Finanzinstitut. Das entspricht fast jedem vierten Erwachsenen.
Das Bitcoin-Netzwerk steht dir zudem rund um die Uhr zur Verfügung, auch an Wochenenden und Feiertagen. So kannst du Bitcoin unabhängig von Banköffnungszeiten direkt an eine andere Person überweisen.
Schnelle kleine Zahlungen mit Lightning
Für kleine Alltagszahlungen gibt es zusätzlich das Lightning-Netzwerk. Damit lassen sich Bitcoin innerhalb weniger Sekunden und zu sehr niedrigen Gebühren versenden. Das eignet sich beispielsweise, um einen Kaffee zu bezahlen, einen kleinen Betrag unter Freunden aufzuteilen oder einem Autor ein Trinkgeld zu schicken.
Lightning ergänzt Bitcoin um einen weiteren Zahlungsweg, bei dem nicht jede einzelne Zahlung direkt in der Blockchain gespeichert wird. Du bezahlst dabei weiterhin mit Bitcoin; Lightning ist keine eigene Kryptowährung.

Vermögen unabhängig halten
Bitcoin ermöglicht dir, dein Vermögen selbst aufzubewahren und eigenständig darüber zu verfügen. Bei der Selbstverwahrung hältst du die privaten Schlüssel, mit denen du deine Bitcoin versenden kannst.
Dafür brauchst du weder eine Bank noch einen anderen Zahlungsdienstleister.
Stell dir vor, deine Bank kann wegen einer technischen Störung vorübergehend keine Überweisungen ausführen oder sperrt dein Konto. Deine selbst verwahrten Bitcoin kannst du trotzdem versenden. Du bist nicht auf die Systeme deiner Bank angewiesen.
So benutzt du Bitcoin
Du musst weder programmieren können noch einen Mining-Computer besitzen, um Bitcoin zu verwenden. Die technischen Schritte beim Senden und Empfangen übernimmt deine Wallet. Für einen sicheren Einstieg solltest du aber verstehen, wer deine Bitcoin kontrolliert und wie du deinen Zugang schützt.
Der Ablauf lässt sich in vier Schritte aufteilen.
1. Bitcoin kaufen
Bitcoin kannst du bei einem Broker oder einer Handelsplattform kaufen. Ein Broker wickelt den Kauf für dich ab, während eine Handelsbörse Käufer und Verkäufer zusammenbringt. Meist bezahlst du per Banküberweisung.
Der Kauf ist inzwischen leicht und intuitiv. Wer Onlinebanking oder eine Investment-App bedienen kann, sollte in der Lage sein, Bitcoin zu kaufen.
2. Entscheiden, wer deine Bitcoin aufbewahrt
Wer deine Bitcoin kontrolliert, hängt davon ab, wer die digitalen Schlüssel hält. Grundsätzlich hast du zwei Möglichkeiten:
- Fremdverwahrung: Ein Anbieter kontrolliert die Schlüssel und bewahrt die Bitcoin für dich auf. Du kannst über dein Kundenkonto darauf zugreifen.
- Selbstverwahrung: Du kontrollierst die Schlüssel selbst und verwendest dafür beispielsweise eine Hardware-Wallet.
Eine Hardware-Wallet ist ein separates Gerät zum Schutz deiner Schlüssel. Ich verwende dafür eine BitBox02 und beschreibe in meinem BitBox-Erfahrungsbericht, welche Vor- und Nachteile ich darin sehe.
Zum Empfangen von Bitcoin brauchst du aber kein bestimmtes Gerät. Zunächst geht es darum, den Unterschied zwischen den beiden Aufbewahrungsformen zu kennen.
3. Deinen Zugang sichern
Zur Selbstverwahrung gehört eine zuverlässige Sicherung. Viele Wallets erzeugen dafür bei der Einrichtung 12 oder 24 Wiederherstellungswörter. Diese Wortfolge wird auch Seed-Phrase genannt. Mit ihr kannst du deinen Zugang wiederherstellen, wenn deine Hardware-Wallet verloren geht oder kaputtgeht.
Entsprechend sorgfältig musst du mit diesen Wörtern umgehen: Wer sie kennt, kann sich Zugang zu deinen Bitcoin verschaffen. Bewahre deine Wiederherstellungswörter sicher auf und gib sie niemals an andere weiter!
4. Bitcoin senden und empfangen
Zum Empfangen zeigt dir deine Wallet eine Bitcoin-Adresse an, häufig zusammen mit einem QR-Code. Diese Adresse gibst du dem Sender, damit er weiss, wohin die Bitcoin gehen sollen. Du kannst sie dir wie eine Kontonummer vorstellen.
Möchtest du hingegen selbst senden, gibst du die Empfängeradresse und den Betrag ein und prüfst die Angaben, bevor du die Zahlung freigibst. Deine Wallet übernimmt die technischen Schritte und zeigt dir anschliessend den Status an. Für die Zahlung fällt üblicherweise eine Netzwerkgebühr an.
Nimm dir für die Kontrolle der Adresse und des Betrags Zeit, denn eine bestätigte Zahlung lässt sich nicht einfach über einen Kundendienst zurückholen.
Grenzen und Risiken von Bitcoin
Mehr Kontrolle über dein Geld bedeutet auch mehr Verantwortung. Bevor du Bitcoin kaufst oder selbst aufbewahrst, solltest du deshalb die wichtigsten Grenzen kennen:
- Kursschwankungen: Der Gegenwert deiner Bitcoin kann stark fallen, sodass du einen erheblichen Teil des eingesetzten Geldes verlierst. Auch ein dauerhafter Wertverlust ist möglich.
- Verlust des Zugangs: Ohne Backup können deine Bitcoin dauerhaft unzugänglich werden, wenn du den Zugang verlierst. Lässt du sie bei einem Anbieter liegen, bist du stattdessen von dessen Sicherheit und Zuverlässigkeit abhängig.
- Keine zentrale Rückbuchung: Bitcoin kennt keinen Kundendienst. Es gibt keine zentrale Stelle, die eine bestätigte Zahlung rückgängig machen kann.
- Begrenzte Akzeptanz: Du kannst nicht überall mit Bitcoin bezahlen. Viele Rechnungen fallen weiterhin in Franken oder einer anderen Landeswährung an.
Bei der Selbstverwahrung übernimmst du Aufgaben, die bei einem Bankkonto die Bank für dich erledigt. Es lohnt sich deshalb, die sichere Nutzung zunächst zu verstehen, bevor du grössere Beträge eigenständig aufbewahrst.
Fazit: Was Bitcoin besonders macht
Bitcoin verbindet digitales Geld mit der Möglichkeit, selbst darüber zu verfügen. Du kannst es über das Internet an andere Menschen senden, ohne dass eine zentrale Bank die Buchführung übernimmt. Ausserdem weisst du schon heute, wie viele Einheiten höchstens entstehen können.
Drei Eigenschaften machen diese Idee besonders:
- Die Menge ist auf maximal 21 Millionen Bitcoin begrenzt.
- Das Netzwerk funktioniert weltweit ohne zentralen Betreiber.
- Du kannst deine Bitcoin selbst aufbewahren und direkt übertragen.
Damit kannst du einen Teil deiner Ersparnisse unabhängig von Banken halten. Diese Freiheit verlangt einen sorgfältigen Umgang mit deinem Zugang und schützt dich nicht vor Kursschwankungen oder finanziellen Verlusten. Wer die Grundlagen versteht, kann sowohl die Möglichkeiten als auch die Verantwortung besser einordnen.
Die begrenzte Menge macht neugierig auf die wirtschaftliche Frage dahinter: Warum hat Bitcoin einen Wert? Genau das schauen wir uns im nächsten Artikel an.
Häufige Fragen zu Bitcoin
Kann man Bitcoin kopieren?
Den offenen Programmcode von Bitcoin kann jeder kopieren. Dadurch entstehen aber keine zusätzlichen Coins im bestehenden Netzwerk. Wer mit der Kopie ein eigenes Netzwerk startet, schafft ein getrenntes System, dessen Nutzer, Nachfrage und Akzeptanz erst entstehen müssen. Das ist so, als würde jemand die Schachregeln kopieren und abändern: Er müsste alle Spieler überzeugen, dass seine Version besser ist.
Soll ich in Bitcoin investieren?
Ob Bitcoin zu dir passt, hängt von deinen Zielen, deiner finanziellen Situation und deiner Risikobereitschaft ab. Die begrenzte Menge macht ihn für langfristiges Sparen interessant, sein Kurs kann allerdings stark schwanken. Beschäftige dich deshalb zuerst mit Bitcoin und investiere nur einen Betrag, dessen Verlust du finanziell verkraften könntest.
Kann jemand Bitcoin abschalten?
Bitcoin hat keinen zentralen Ausschalter. Das Netzwerk läuft auf vielen unabhängig betriebenen Rechnern weltweit. Werden einzelne Rechner abgeschaltet oder Bitcoin-Unternehmen geschlossen, kann das übrige Netzwerk weiterarbeiten. Staaten können den Zugang zu Bitcoin erschweren und Anbieter einschränken, damit aber nicht einfach das gesamte weltweite Netzwerk abschalten.
Muss ich einen ganzen Bitcoin kaufen?
Nein, du musst keinen ganzen Bitcoin kaufen. Du kannst auch kleine Bruchteile davon erwerben, beispielsweise 0,001 BTC. Ein Bitcoin lässt sich in 100 Millionen Satoshis aufteilen. Du brauchst also kein grosses Budget, um Bitcoin zu kaufen.
Wer bekommt mein Geld, wenn ich Bitcoin kaufe?
Du bezahlst den Verkäufer deiner Bitcoin. Das kann eine andere Person sein oder ein Anbieter, der aus seinem eigenen Bestand verkauft. Eine Plattform vermittelt den Kauf oder handelt selbst mit dir. Dein Kaufbetrag fliesst also nicht automatisch an Miner oder in eine zentrale Bitcoin-Kasse.