Was passiert, wenn alle 21 Millionen Bitcoin geschürft sind?

Im Jahr 2140 wird voraussichtlich der letzte Bitcoin geschürft. Danach wird keine Blocksubvention mehr ausgeschüttet. Ist das das Ende von Bitcoin?

Was passiert, wenn alle 21 Millionen Bitcoin geschürft sind?

21'000'000.

Diese Zahl ist Bitcoins absolute Obergrenze. Sie ist in Stein – oder besser gesagt: in Code – gemeisselt. Voraussichtlich in 114 Jahren wird sie erreicht. Danach ist Schluss, und es werden keine neuen Coins mehr erzeugt. Die Blocksubvention wird auf 0 fallen.

Doch was bedeutet das konkret? Was passiert, wenn alle Bitcoin geschürft sind? Bricht das Netzwerk zusammen? Wird Mining unrentabel? Oder hört die Blockchain einfach auf?

Die Antworten auf diese Fragen entscheiden darüber, ob Bitcoin ein wirklich langfristiger Wertspeicher sein kann.

Das Problem: die Belohnung der Miner

Im Herzen des Netzwerks stehen die Miner. Sie sind die Bodyguards von Bitcoin. Sie validieren Transaktionen und packen sie in Blöcke.

Alle 10 Minuten beginnt das Rennen um den nächsten Block. Der Miner, der das Rennen gewinnt, darf seinen Block an die bestehende Kette anhängen. Er gewinnt jedoch nur, wenn er Rechenleistung aufwendet und über die entsprechende Hardware verfügt. Dieser Prozess macht Bitcoin sicher und schützt ihn vor Angriffen.

Aber warum sollten Miner diese Arbeit überhaupt aufwenden?

Nun ja, warum stehen Bodyguards vor dem Club und bewachen den Eingang? Weil sie pöbelnde Jugendliche so lieben? Wohl kaum. Vielmehr ist es, weil sie bezahlt werden. Genauso ist es im Bitcoin-Netzwerk. Miner erhalten eine Belohnung, welche sich aus zwei Komponenten zusammensetzt:

  1. Die Blocksubvention: Das ist die Belohnung in Form von neuen, frisch erzeugten Coins. Durch einen eingebauten Mechanismus (dem sogenannten Halving), halbiert sie sich alle 210'000 Blöcke. 2009 startete die Subvention bei 50 Bitcoin. Nach vier Halvings steht sie nun bei 3,125 Bitcoin.
  2. Die Transaktionsgebühren: Das sind die Gebühren, die Nutzer zahlen, um ihre Transaktion in den nächsten Block zu bekommen.
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Blockbelohnung = Blocksubvention + Transaktionsgebühren

Da Bitcoins Subvention fest im Code verankert ist, wissen wir, dass er im Jahr 2140 seine Obergrenze erreichen wird. Dann werden 21 Millionen Coins im Umlauf sein. Danach wird die Blocksubvention auf 0 fallen. Es werden keine neuen Coins mehr ausgeschüttet.

Bedeutet das, es kommen auch keine neuen Blöcke mehr dazu?

Nein, Miner würden weiterhin Blöcke produzieren und die Blockchain würde ganz normal weiterlaufen – zumindest unter einer Bedingung: Die Transaktionsgebühren alleine reichen aus, um das Netzwerk abzusichern.

Nun... Werden sie das?

Um ehrlich zu sein: Keine Ahnung. Ich habe keine Glaskugel und kann die Zukunft nicht vorhersehen. Fakt ist aber, dass heutzutage der Grossteil der Miner-Einnahmen aus der Subvention stammt. Die Gebühren machen nur einen kleinen Teil aus.

Blocksubventionen vs. Transaktionsgebühren

Langfristig kann es also nur zwei Szenarien geben.

Szenario 1: Der langsame Tod

Dieses Szenario ist beängstigend. Es basiert auf der Annahme, dass Menschen keine hohen Gebühren zahlen werden.

Die Folge wäre eine Todesspirale:

  • Die Gebühren sinken.
  • Miner können ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen und schalten ihre Geräte ab.
  • Die Wahrscheinlichkeit einer 51%-Attacke nimmt zu.
  • Das Vertrauen der Nutzer schwindet und sie verlassen das Netzwerk.
  • Wodurch die Gebühren weiter sinken.
  • Und die Spirale beginnt von neuem...

Bitcoin wäre tot. Einfach, weil die Anreize zur Sicherung wegfallen.

Ich halte es jedoch für das unwahrscheinlichere Szenario. Denn es ignoriert einen entscheidenden Punkt: die ökonomische Realität von Knappheit.

Szenario 2: Das ewige Netzwerk

Wenn die Blocksubvention wegfällt, müssen sich Miner auf die Transaktionsgebühren verlassen.

Und hier kommt die Knappheit ins Spiel:

Der Platz in einem Block ist begrenzt. Nur eine limitierte Anzahl an Transaktionen passt hinein.

Stell es dir so vor: Es gibt eine Rakete, die Menschen sicher von der Erde auf den Mars bringt – nur eine einzige (mit begrenztem Platz). Alle 10 Minuten startet ein neuer Flug. Die Kosten für den Flug sind variabel. Sie sind einfach so hoch, wie die Leute bereit sind, zu zahlen. Die Höchstbietenden erhalten einen Platz. Angenommen, plötzlich erfahren die Menschen, dass die Erde von einem riesigen Asteroiden bedroht wird. Schon bald könnte er auf die Erde prallen und einen Grossteil der Menschheit auslöschen.

Was denkst du, wird mit den Kosten für den Flug passieren? Was passiert, wenn alle auf den Mars flüchten wollen? Die Nachfrage explodiert. Und da das Angebot gleich bleibt (alle 10 Minuten eine Rakete), steigt der Preis ebenfalls.

Gleichermassen verhält es sich bei einem Bitcoin-Block. Es entsteht ein Gebührenwettbewerb. Je mehr man für eine Transaktion bezahlt, desto eher wird sie von einem Miner in den Block aufgenommen. Und je eher sie aufgenommen wird, desto schneller wird sie bestätigt.

Die Frage ist also nicht: Reichen die Transaktionsgebühren zukünftig aus? Sondern: Wie entwickelt sich Bitcoin in den nächsten 100 Jahren?

Bleibt Bitcoin ein Nischenprodukt, werden die Gebühren zu tief sein. Szenario 1 gewinnt – wahrscheinlich sogar schon vor dem Jahr 2140. Wird Bitcoin aber zur globalen Leitwährung, wird die Nachfrage nach Blockspace explodieren. Szenario 2 gewinnt und Bitcoin könnte ewig weiterexistieren.

Bereits heute deutet einiges darauf hin, dass wir auf Szenario 2 zusteuern.

Warum Bitcoin zur Leitwährung wird

Innerhalb von 17 Jahren hat es Bitcoin geschafft, von einem Spielzeug für Technik-Nerds zu einem globalen Wertspeicher heranzuwachsen.

Der grösste Vermögensverwalter hält Bitcoin, wertvolle Unternehmen führen ihn auf ihrer Bilanz, und erste Staaten haben investiert. Immer mehr Menschen erkennen, dass unser traditionelles Geldsystem auf wackeligen Beinen steht. Die Schuldenberge sind alles andere als nachhaltig und die Inflation frisst alle Ersparnisse auf. Der Asteroid steuert direkt auf das Schuldgeldsystem zu – und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er einschlägt.

Bitcoin ist eine Rettungsrakete. Niemand kann ihn kontrollieren und niemand kann seine Regeln abändern.

Das dezentrale Geld erlaubt es, Wert sicher von A nach B zu transferieren – ohne, dass dies irgendjemand verhindern könnte. Dank seiner Limitierung wird sein Wert nicht verwässert. Und dank seinem quelloffenen Charakter, können alle Teile der Rakete geprüft und verifiziert werden.

Klar, auch Bitcoin steht vor einigen Herausforderungen.

Allen voran: das Skalierungsproblem. Mehrere Millionen Transaktionen kann Bitcoin noch nicht effizient verarbeiten.

Die Probleme sind allerdings bekannt und werden angegangen. So existiert beispielsweise Lightning, Fedimint oder Cashu. Du kannst sie dir wie weitere Kapseln um die Rakete herum vorstellen. Sie sind nicht ganz so sicher, können dafür sehr viele Passagiere transportieren, und das sogar noch schneller und günstiger.

Ich bin überzeugt: Bitcoin hat das Potenzial, die globale Leitwährung zu werden. Und deshalb glaube ich, dass folgendes passiert, wenn alle Bitcoin geschürft sind:

Das Netzwerk läuft einfach ganz normal weiter.

Block für Block.


Wir werden diesen Moment nicht mehr erleben. Er liegt zu weit in der Zukunft. Viel wichtiger ist es deshalb, dass wir uns jetzt gegen den Asteroiden absichern, der direkt auf unser Geldsystem zusteuert.

Sei dir bewusst: Er könnte sehr schnell einschlagen. Warum das so ist und warum Bitcoin bald bei $650.000 stehen könnte, erfährst du hier.