Wird Satoshi Nakamoto jemals zurückkehren?

Seit Jahren ist der anonyme Bitcoin-Gründer Satoshi Nakamoto verschwunden. Wir fragen uns: Taucht er jemals wieder auf?

Wird Satoshi Nakamoto jemals zurückkehren?

Es ist schon ein bisschen merkwürdig.

Bitcoin hat eine Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden US-Dollar. Aber niemand weiss genau, wer sein Gründer eigentlich ist.

Dies ist eines der Alleinstellungsmerkmale, die Bitcoin gegenüber Unternehmen und von anderen Vermögenswerten unterscheidet. Oftmals ermöglicht erst ein charismatischer Leader das Vertrauen von Anlegern. Man denke nur an Steve Jobs, Elon Musk und weitere bekannte Führungspersönlichkeiten.

Dass Bitcoin diese Hürde im Laufe der Jahre überkommen konnte, liegt an der radikalen Transparenz der Blockchain Anwendung. Der Source-Code, sowie die Blockchain sind öffentlich einsehbar und auditierbar.

Und das zurückgehend auf Tag 1.

Das Pseudonym, welches mit der Erfindung von Bitcoin verknüpft ist, ist bekannt als Satoshi Nakamoto. Unter diesem Namen wurde die Cypherpunk Mailingliste ab 2008 mit Informationen zum Bitcoin Whitepaper versorgt, sowie später im BitcoinTalk-Forum gepostet.

Die wahre Identität hinter dem Account konnte allerdings nie geklärt werden.

Und als wenn das nicht schon besonders genug wäre – seit dem 26. April 2011 ist der Account still und man hat nie wieder etwas von Satoshi gehört. In seiner letzten Mail kündigte er an, nun an anderen Projekten arbeiten zu wollen.

Satoshi war der erste Miner, Besitzer und Versender im Bitcoin Netzwerk.

Er konnte in der Anfangszeit wohl über eine Millionen Bitcoin auf seinen Adressen ansammeln. Bewegt wurden sie allerdings nie. Satoshi verfügt über ein Vermögen, welches ihn zu einem der reichsten Menschen der Welt macht. Genutzt hat er dieses aber ebenfalls nie.

Das legt zwei Schlüsse nahe: Entweder hat er die privaten Schlüssel zu diesem Schatz mutwillig zerstört und wird niemals wieder auftauchen, oder es gibt sie noch irgendwo und Satoshi Nakamoto könnte irgendwann zurückkehren.

Das grosse Mysterium um Satoshi Nakamoto

Die Bitcoin Community wird jedes Mal nervös, wenn Bitcoin aus den Jahren vor 2011 bewegt werden. Waren das Bitcoin von Satoshi? Ist er wieder zurück?

Bis heute halten sich zahlreiche Mythen über seine Rückkehr. Deshalb schauen wir uns im heutigen Artikel die 2 grössten Theorien rund um den Gründer von Bitcoin an und klären die Frage, ob Satoshi Nakamoto jemals wieder zurückkehren wird.

Theorie 1: Satoshi ist eine Einzelperson

Über die Jahre gab es viele, die von sich behauptet haben, Satoshi zu sein. Keiner konnte einen Beweis erbringen. Dennoch gibt es einige Hinweise darauf, dass er eine Einzelperson sein könnte.

1. Kommunikation ist konsistent
Der Stil der Kommunikation von Satoshi Nakamoto deutet darauf hin, dass es sich um eine Einzelperson handelt. Die Art der Sprache, Nutzung von Grammatik und Rechtschreibung in den öffentlich verfügbaren E-Mails, dem Whitepaper und Forenbeiträgen ist relativ konsistent und ähnelt einem gleichbleibenden Schreibstil.

2. Bitcoin-Code deutet auf Einzelarbeit
Der ursprüngliche Code für Bitcoin gibt keine Hinweise darauf, dass es sich um eine Gruppenarbeit handelte. Die Codierungspraktiken sind sehr ähnlich und deuten darauf hin, dass die Person über umfangreiche Programmierkenntnisse verfügte.

3. Zeitzone ist die Gleiche
Die Tatsache, dass Satoshi Nakamoto sich hauptsächlich in der GMT-Zeitzone bewegte, deutet darauf hin, dass es sich bei der Person möglicherweise um einen Bewohner des Vereinigten Königreichs handelt. Dies wird unterstützt mit der Tatsache, dass sich im Genesis Block eine versteckte Nachricht befindet, die sich auf einen Zeitungsartikel in Grossbritannien bezieht.

4. Wahrscheinlichkeit der Offenlegung
Wenn Satoshi Nakamoto mehrere Personen gewesen wäre, wäre es wahrscheinlicher, dass jemand irgendwann in den letzten Jahren seine Identität preisgegeben hätte. Da dies nicht der Fall ist, ist es wahrscheinlicher, dass es sich um eine Einzelperson handelt.

Die Bitcoin Community rätselt immer wieder, welche Einzelperson hinter dem Pseudonym stecken könnte. Wir haben dazu bereits ein Artikel erstellt. Du findest ihn hier.

Theorie 2: Satoshi ist eine Gruppe

Genauso wie es Theorien darüber gibt, dass Satoshi eine Einzelperson ist, so gibt es auch Theorien darüber, dass Satoshi Nakamoto das Pseudonym einer ganzen Gruppe sein könnte. Hier gibt es viele weitere Theorien, die teilweise in Richtung von Verschwörungstheorien gehen. So behaupten einige, hinter Bitcoin stehe ein grosses Unternehmen oder eine Regierungsorganisation wie die CIA.

1. Komplexität von Bitcoin
Bitcoin ist ein sehr komplexes System, das von einem einzigen Individuum möglicherweise nicht in so kurzer Zeit erstellt werden könnte. Es wird vermutet, dass es mehrere Personen oder ein Team von Entwicklern benötigt hat, um das System zu erstellen.

2. Datum der Veröffentlichung des Whitepapers
Das Gründungsdokument von Bitcoin wurde am 31. Oktober 2008 veröffentlicht. Dieses Datum fällt mit dem Jahrestag des berüchtigten "Halloween-Dokuments" von 1998 zusammen, das von einer Gruppe von Cypherpunks verfasst wurde und das Ziel hatte, Open-Source-Software zu fördern. Dies könnte darauf hindeuten, dass Satoshi Nakamoto mit dieser Gruppe in Verbindung steht.

3. Die frühen Tage von Bitcoin
In den frühen Tagen von Bitcoin gab es mehrere Beiträge von Personen, die behaupteten, an der Entwicklung von Bitcoin beteiligt zu sein. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Bitcoin von einer Gruppe von Cypherpunks entwickelt wurde, die an einem dezentralisierten elektronischen Zahlungssystem arbeiteten.

4. Verwendung von "Wir" in einigen Beiträgen
In einigen Beiträgen auf Foren und Mailinglisten hat Satoshi Nakamoto das Pronomen "Wir" verwendet. Das weist darauf hin, dass es sich um eine Gruppe von Personen handeln könnte.

Werden wir jemals wissen, wer Satoshi wirklich ist?

Auf diese Frage gibt es eine einfache und klare Antwort: Vielleicht.

Selbst falls Satoshi wirklich zurückkommt und seine Identität zweifelsfrei nachweist, indem er beispielsweise über seinen alten Account Posts verfasst und eine Nachricht mit Schlüsseln signiert, die klar ihm zugeordnet werden können, würde dies noch längst nicht bedeuten, dass er seine Identität auch preisgibt.

Momentan gäbe es jedenfalls keinerlei Gründe für eine Rückkehr. Das Netzwerk läuft autark und das Vermögen in US-Dallar, welches sich in Satoshis Adressen befindet, war bereits deutlich grösser. Ausserdem gab es nie Anzeichen für einen Verkauf.

Sollte die Identität von Satoshi jemals bekannt werden, sähe sich die Person oder Gruppe wohl massivem medialen und politischem Druck ausgesetzt.

Fazit

Kann eine Rückkehr von Satoshi Bitcoin nachhaltig gefährden?

Nein.

Es wurde als selbstregulierendes Netzwerk geschaffen und Satoshi hat als einzelne Entität keinen Einfluss mehr auf den Code. Ein Verkauf seiner Bestände würde sicher dennoch für grossen Wirbel am Bitcoin Markt sorgen, da es um etwa 5% aller existierenden Bitcoin gehen würde.

Mit jedem Block, den das Bitcoin Netzwerk produziert, wird eine Rückkehr Satoshis unwahrscheinlicher. Gleichzeitig wächst das Mysterium rund um ihn.

Unsere Vorhersage ist:
Das Rätsel um Satoshi Nakamoto wird nie gelöst. Die Bitcoin, die ihm zugeordnet werden, ruhen für immer in ihren Adressen. Und der Nutzer ‚Satoshi‘ hat seinen letzten Post im BitcoinTalk-Forum vor ziemlich genau 12 Jahren abgesetzt.

Damit wird Satoshi Nakamoto wohl für immer und ewig als Symbol für Anonymität und Dezentralität stehen.

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