Warum 1 Bitcoin so selten ist wie 130 Immobilien
Bitcoin ist selten – viel seltener als Immobilien. Erfahre, warum dieser Vergleich sinnvoll ist und was das für den Wert von Bitcoin wirklich bedeutet.
1 Bitcoin ist so selten wie 130 Immobilien.
Ja, du hast richtig gelesen: Ein einziger Bitcoin ist vergleichbar mit über 100 Immobilien.
Wie ich darauf komme?
Dazu musst du verstehen, wie klein das Angebot von Bitcoin wirklich ist und wie mächtig Knappheit sein kann.
Bitcoin vs. Immobilien
Vielleicht denkst du dir jetzt: "Bitcoin und Immobilien – ergibt ein solcher Vergleich überhaupt Sinn?"
Und ja, das tut er. Lass es mich dir erklären.
Auf den ersten Blick haben Bitcoin und Immobilien wenig gemeinsam. Bitcoin existiert nur digital und hat keinen physischen Gebrauchswert. In einer Immobilie hingegen kann man wohnen und hat ein echtes Dach über dem Kopf.
Doch in Wahrheit sind beides Wertspeicher. Ein signifikanter Teil des Immobilienwerts entsteht durch ein monetäres Premium.
Was meine ich damit?
Wer ein Haus kauft, tut das oft nicht nur, um darin zu wohnen. Vielmehr ist es eine Möglichkeit, sein Geld zu parken. Man kann Mieten kassieren oder von der Wertsteigerung profitieren. Vor allem aber kann man sich vor Kaufkraftverlust schützen.
Weil der US-Dollar, der Euro und der Schweizer Franken es nicht schaffen, Wert zuverlässig zu speichern, werden Immobilien als Wertspeicher missbraucht.
Mit anderen Worten: Immobilien tragen ein monetäres Premium. Auf den normalen Nutzwert kommt ein Zuschlag. Eine Immobilie, die eigentlich CHF 500'000 wert ist, kostet plötzlich CHF 1'000'000.
Immobilien: Vorteile und Nachteile
Viele Leute nutzen Immobilien als Kapitalanlage. Und das ist verständlich, denn sie bieten einige Vorteile:
- Man kann darin wohnen.
- Wohnungen werden immer gebraucht.
- Land ist knapp und kann nicht vermehrt werden.
- Immobilien können stabilen Cashflow erzeugen.
All diese Vorteile führen dazu, dass die Häuserpreise in den letzten 50 Jahren fast durchgehend nur eine Richtung kannten: nach oben.
Doch die Realität ist auch, dass Immobilien einige Nachteile mit sich bringen:
Sie sind teuer in der Anschaffung, erfordern laufende Instandhaltung, und es fallen Steuern und Versicherungen an. Hinzu kommen Risiken wie Enteignung, Leerstand, Demografie, Mietpreisregulierungen und Zwangssanierungen.
Und was ist, wenn man in ein anderes Land ziehen möchte? Leider kann man seine Immobilie nicht einfach mitnehmen. Sie ist an einen festen Standort gebunden, und ein Verkauf kann länger dauern, als man denkt.
Ist Bitcoin der bessere Wertspeicher?
Bitcoin ist ein anderer Wertspeicher und gleicht die Schwächen von Immobilien elegant aus: Er ist global verfügbar und kann überall hin mitgenommen werden. Er ist in 100 Millionen Untereinheiten teilbar. Eine Anschaffung ist also mit nicht mal 1 CHF möglich – jederzeit, 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche.
Zudem besitzt er keine Instandhaltungskosten. Es muss nie irgendetwas repariert werden. Die Aufbewahrung ist praktisch kostenlos.
Gleichzeitig ist Bitcoin noch knapper als Immobilien. Sein Angebot ist auf 21 Millionen Stück begrenzt. Und kein Land oder Unternehmen kann mehr davon erzeugen.
Klar, auch Bitcoin hat einige Risiken, die man nicht unterschätzen darf. So ist sein Preis deutlich volatiler und seine Funktionsweise deutlich komplexer.
Dennoch ist Bitcoin Immobilien als reiner Wertspeicher in vielen Punkten überlegen.
Und hier ist der Knackpunkt.
Bitcoin könnte Wert von Immobilien absaugen
Wenn Immobilien eben nicht primär als Wohnraum dienen, dann ist Bitcoin ein ernstzunehmender Konkurrent. Wer heute Immobilien als reine Kapitalanlage hält, könnte morgen überlegen: "Warum nicht Bitcoin? Warum nicht ein Vermögenswert mit besseren Eigenschaften?"
Mit wachsender Verbreitung und mehr Vertrauen in Bitcoin steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Investoren umschichten.
Um die Auswirkungen zu verstehen: Der globale Immobilienmarkt ist etwa 200x grösser als der Bitcoin-Markt.
Schätzungen von Savills zufolge liegt der aktuelle Marktwert aller Immobilien weltweit (inklusive Wohn- und Gewerbeimmobilien) bei rund 400 Billionen US-Dollar. Immobilien sind der grösste Wertspeicher der Welt. Zum Vergleich: Bitcoins Marktkapitalisierung liegt gerade mal bei 2 Billionen US-Dollar.
Stell dir vor, Menschen erkennen, dass Bitcoin tatsächlich das bessere Wertaufbewahrungsmittel ist. Sie erkennen, dass ein globales, digitales Asset einem lokalen, illiquiden Asset überlegen ist.
Die Folgen davon wären immens – vor allem für den Kurs.
Würden 5% der Immobilien-Investoren umschichten, würde sich der Bitcoin-Preis verzehnfachen. Wären es 10%, würde sich der Preis verzwanzigfachen. Und würde Bitcoin das ganze monetäre Premium von Immobilien absaugen (und nehmen wir an, dieses liege bei 50%), würde er einen Preis von 10 Millionen US-Dollar erreichen.
Unglaublich, nicht wahr?
Ich hoffe, du verstehst nun, warum Bitcoin mit Immobilien vergleichbar ist. Und ich hoffe, du verstehst auch, wie winzig Bitcoin im Vergleich zu Immobilien ist.
Doch was hat es mit der Zahl 130 auf sich?
Warum soll 1 Bitcoin so selten sein wie 130 Immobilien?
Zugegeben: Der Titel ist ein bisschen reisserisch. Das Wort Immobilien ist hier nicht ganz korrekt. Vielmehr ist 1 Bitcoin so selten wie 130 Gebäude.
Da sich die Anzahl in einem ähnlichen Rahmen befindet, habe ich Immobilien und Gebäude als Synonym verwendet. Auf der einen Seite gibt es Grundstücke, auf denen keine Gebäude stehen. Und auf der anderen Seite existieren Immobilien, die mehrere Bauwerke umfassen – beispielsweise ein All-Inclusive-Resort.
Wie dem auch sei.
Eine Forschungsgruppe der Technischen Universität München (TUM) hat kürzlich eine interessante Studie veröffentlicht. Die Gruppe wollte wissen: Wie viele Gebäude gibt es auf der Erde – und wie sehen sie in 3D aus? Dazu hat sie Satellitenbilder ausgewertet und ein eigenes Modell gebaut: den Global Building Atlas.
Jedes einzelne Bauwerk wurde erfasst und abgebildet. Auf der Karte lassen sich alle Gebäude der Welt einschliesslich ihrer Bauhöhe betrachten.
Insgesamt kommt das Forschungsteam auf über 2,75 Milliarden Gebäude.
Setzt man diese Zahl ins Verhältnis zum festen Bitcoin-Angebot von 21 Millionen, ergibt sich ein beeindruckendes Bild: 1 Bitcoin ist so selten wie 130 Gebäude. Oder anders gesagt: 1 Gebäude ist das Äquivalent zu 0,008 Bitcoin.
Das macht die Knappheit plötzlich greifbar.
Vor allem: Bei 2,75 Milliarden ist nicht Schluss. Städte wachsen, und es werden neue Gebäude gebaut. Es braucht nur Kapital, Zeit und Material.
Bitcoins Menge hingegen ist fix. Und keine politische Entscheidung kann daran etwas ändern. Kein Wunder also, dass Bitcoin so begehrt ist. Er ist ein knapper Vermögenswert, der dem globalen Kapitalfluss gerecht wird.
Vielleicht ist er genau das, was Immobilien nie sein konnten: ein grenzenloser, unzerstörbarer und absolut knapper Wertspeicher.